Bei Porzellanblumen ist der Name nicht Programm

Die Porzellanblume Hoya carnosa hat fleischfarbene Blüten. Sie duften kräftig und sondern reichlich Nektar ab. (Foto: Michael Schwerdtfeger)
 
Hoya imperialis hat gewaltige Blütendolden: Eine Blüte kann einen Durchmesser von fünf Zentimetern haben. (Foto: Michael Schwerdtfeger)

Ihr Name klingt zwar filigran, tatsächlich ist sie aber ausgesprochen robust: Die Porzellanblume zieren viele rosafarbene Blüten, die zart und zerbrechlich aussehen.

Als Zimmerpflanze sei sie aber im Grunde unverwüstlich, sagt Michael Schwerdtfeger, Kustos des Alten Botanischen Gartens Göttingen. Hoya carnosa war viele Jahre lang die einzige Art dieser vielfältigen Gattung, die als Topfpflanze kultiviert wurde. "Die Artbezeichnung carnosa bezieht sich auf die Blütenfarbe", erläutert Schwerdtfeger. Das Wort steht für fleischfarben, den Rosaton der Blüten. Sie duften kräftig und sondern viel Nektar ab. Nachteil: "Der tropft dann herunter, so dass die ganze Fensterbank klebt."

Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von den Regenwäldern im Nordosten Asiens bis nach Australien. Porzellanblumen leben nach Angaben von Brigitte Goss von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim in der Natur als sogenannte Epiphyten. Das heißt, die Pflanzen wurzeln nicht in der Erde, sondern sitzen auf einer anderen Pflanze auf.

Die mit einer Wachsschicht überzogenen Blätter verleihen den Pflanzen ein robustes Aussehen. "Obwohl die Porzellanblumen eine Luftfeuchte von etwa 60 Prozent bevorzugen, kommen sie im lufttrockenen Zimmer gut zurecht", sagt Goss. Denn sie können laut Schwerdtfeger in dem dicken Gewebe ihrer Blätter Wasser einlagern. Hobbygärtner können die Pflanzen unterstützen, indem sie die Wurzeln in ein lockeres Substrat pflanzen, damit genügend Luft an sie gelangt.

Die Hoya benötigt viel Licht - vor allem zum Blühen, erläutert Goss. Von einem Platz mit praller Sonne raten allerdings beide Experten ab, da die Blätter leicht verbrennen. Auch wenn die Pflanze als robust gilt, brauchen Hobbygärtner Fingerspitzengefühl bei der Pflege. "Gießen Sie mit kalkarmem Wasser und lassen Sie den Topfballen danach abtrocknen", erläutert Goss.

Pflanzen besprühen


Die Porzellanblumen sollten zwischendurch mit lauwarmem Wasser besprüht werden. Goss rät, im Frühjahr und Sommer alle zwei Wochen einen flüssigen Blumendünger zu geben. "Porzellanblumen mögen es gar nicht, wenn sie ständig an einen anderen Platz gestellt werden", erläutert die Fachjournalistin. Nicht nur die Neubildung von Blüten leidet darunter, die Pflanze wirft auch ihre Blüten ab.

Wenn die Pflanzen im Winter an zu warmen Standorten stehen, treten vor allem Wollläuse, Schildläuse und Spinnmilben auf. Fallen Blätter und sterben die Triebe ab, sollte man mit dem Finger in der Erde überprüfen, ob die Pflanze zu feucht steht. Denn Nässe führt zu den genannten Symptomen und zum Faulen der Wurzeln.

Während sich Hoya carnosa im Winter mit einem eher kühlen Standort von rund 14 Grad begnügt, sollte die Hoya bella in den Monaten etwas wärmer stehen. Die Kleine Porzellanblume schmückt ihre weißen, wachsartigen Kronblätter mit zierlichen rosaroten Blütensternen. Als Hängepflanze empfiehlt Goss die Hoya linearis, die längliche, verdickte Blätter hat. Sie eignet sich auch für beheizte Räume.

Als Zimmerpflanze ist in den vergangenen Jahren die Herzblattpflanze (Hoya kerrii) immer häufiger zu finden. Ein einzelnes ihrer Blätter wird etwa zum Valentinstag oder Muttertag einfach in die Erde gesteckt - ein herzförmiges Geschenk mit Symbolkraft. Außer den Wurzeln gedeiht über viele Jahre allerdings nichts weiter, erläutert Schwerdtfeger.
dpa-Magazin / mag
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