Bioweine werden immer besser

Immer mehr Winzer wirtschaften im Weinberg und Keller ökologisch oder biodynamisch. Das tut der Qualität keinen Abbruch - im Gegenteil: Der international renommierte Weinkritiker Stuart Pigott hält viel davon.

"Ökologisch erzeugte Weine spielen in der internationalen Weinwelt eine immer größere Rolle", sagt auch Ralph Dejas von Ecovin. Der 1985 gegründete Verband ist auf Ökoweinbau spezialisiert. Bioweine sind neben dem Ecovin-Logo auch an den Logos von Demeter, Bioland oder Naturland zu erkennen. Darüber hinaus gibt es Weinbauer, die nach den EU-Richtlinien für Biolebensmittel arbeiten und keinem dieser Verbände angehören. Von der Ernte 2012 an gilt das grüne EU-Bio-Logo nun offiziell auch für Biowein.Bio sei mittlerweile ein Zusatznutzen, den der Verbraucher mit einkauft, ergänzt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz. Kunden verbinden mit dem Begriff eine höherwertige Qualität und wollten dadurch ein Stück weit zu einer umweltschonenden Produktion von Lebensmitteln beitragen. In Deutschland werden inzwischen 5400 Hektar Rebfläche von etwa 800 Weingütern ökologisch bewirtschaftet, darunter 29 Mitgliedsbetriebe des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP).

Ziel der Ökowinzer ist es, das Ökosystem Weinberg zu erhalten. Sie verzichten auf Pestizide und naturfremde synthetische Pflanzenschutzmittel. Sie schützen ihre Reben, indem sie Nützlinge aus der Tierwelt fördern und unter anderem pflanzenstärkende Pflegemittel wie Backpulver, Schafgarbe oder Schachtelhalm einsetzen. Auch bei der Wahl seiner Rebsorten muss der Ökowinzer ein feines Gespür haben. Kunstdünger ist tabu, stattdessen wird organischer Dünger verwendet.

Beim Geschmack der Ökotropfen sind sich alle einig. Die Weine überraschen oft durch ihre Vielfalt an Aromen, in denen sich ihre Herkunft, der Boden und ihre Weinlage spiegeln. «Ich sehe keinerlei Qualitätsargumente mehr gegen Bioweine», betont Weinkenner Pigott.

Bisher gab es nur EU-Standards für den Anbau im Ökoweinberg, seit Anfang Februar liegen auch EU-Richtlinien für den Kellermeister vor. Von der kommenden Lese an kann dann offiziell "Biowein" mit dem EU-Bio-Logo auf der Flasche stehen. "Damit herrscht Klarheit", urteilt Ralph Dejas. "Wer den Begriff {sbquo}Bio‘ verwenden will, der muss sowohl im Keller als auch im Weinberg ökologisch arbeiten." Die neuen Vorgaben legen bestimmte Produktionsverfahren und Zusatzstoffe für Ökoweine fest.


dpa-Magazin / mag
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