Blattspinat lässt sich vielseitig zubereiten

Frischer Spinat fällt beim Erhitzen zusammen - für eine warme Portion von 150 Gramm braucht man 300 Gramm Gemüse als Rohgewicht. (Foto: Manuela Rüther)

Schon Popeye wusste: Spinat ist gesund. Der Zeichentrick-Matrose aß das Gemüse vorzugsweise aus der Dose. Wer sich aber die Mühe macht, frische Spinatblätter zuzubereiten, den erwartet ein großer Genuss - besonders jetzt im Frühling, wenn die ersten aus heimischem Anbau auf den Markt kommen.

Das Gemüse ist ein wahrer Allrounder. Es eignet sich im Salat, als Cremesuppe oder Soße zu Gnocchi und als Füllung von Nudeln, im Risotto, in der Tortilla, der Gemüsepfanne oder im Bratling, auf der Pizza oder in der Roulade. Gewürze geben jedem Spinatgericht eine eigene Richtung. "Ursprünglich kommt Spinat aus der orientalischen Küche. Deshalb passen Muskat, Curry, die marokkanische Gewürzmischung Ras el Hanout, Chili, Kreuzkümmel, Ingwer und Kurkuma besonders gut", erläutert Marketa Schellenberg, Schulungsköchin beim Vegetarierbund Deutschland (Vebu). Rosinen und Sesam unterstreichen die orientalische Note.

Hierzulande ist Spinat mit Kartoffeln und Spiegel- oder Rührei der Klassiker. "Frischer Blattspinat mit Zwiebelchen und einem Hauch Knoblauch in der Pfanne mit einem Stich Butter zusammenfallen lassen, etwas Salz, Pfeffer, Muskat, das ist ein Gedicht", schwärmt Dagmar von Cramm, Ökotrophologin und Fachbuchautorin aus Freiburg. Mit Sahne oder Milch, Schmand, Edelpilzkäse oder Frischkäse wird der herbe Geschmack gemildert. Besonders für Soßen bieten sich solche Creme-Varianten an.

Auch der gesundheitliche Wert ist ein Pluspunkt von Spinat. Zwar wurde sein Eisengehalt aufgrund eines Rechenfehlers lange Zeit mit rund 34 Milligramm pro 100 Gramm zehnmal so hoch beziffert wie er tatsächlich ist. Erwähnenswert sind jedoch auch die 3,4 Milligramm Eisen. Außerdem enthält er größere Mengen an Betacarotin, Vitamin C und E sowie Folsäure, Kalium, Calcium und Magnesium.

Mit der Ernte beginnt der Wettlauf gegen den Verfall von Inhaltsstoffen und Geschmack. Beim Einkauf ist daher Frische gefragt. "Die Blätter dürfen nicht welk oder ausgefranst, die Stiele nicht labberig sein", sagt Gabriele Kaufmann vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Am besten wird das frische Gemüse sofort verarbeitet. "Die Blätter sind oft mit Sand oder Erde behaftet, müssen also zunächst sehr gründlich gewaschen werden, am besten mit warmem Wasser", rät Vebu-Köchin Schellenberg. Beschädigte Stellen und dicke Stiele werden entfernt.

Frischer Blattspinat kann bis zu zwei Tage mit einem feuchten Tuch abgedeckt im Kühlschrank lagern. Für die Vorratshaltung empfiehlt sich Tiefkühlspinat. Er kann frischen Spinat in allen warmen Gerichten ersetzen, steht diesem hinsichtlich der gesundheitlichen Werte in fast nichts nach, ist ganzjährig verfügbar und schnell zubereitet.

Literatur: Dagmar von Cramm: "Meine grüne Diät", GU, 16,99 Euro, ISBN 978-3-8338-3842-2.

dpa-Magazin / mag
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