Den Nachwuchs richtig versichern

Kinder sind in der Krankenversicherung mitversichert. Für viele andere Risiken gibt es eigene Policen. (Foto: Patrick Pleul)

Eltern sorgen sich um ihre Kinder. Gegen einige Risiken können sie diese absichern. In manchen Fällen brauchen Eltern dafür nicht einmal einen zusätzlichen Vertrag abschließen.

Ob Grippe oder gebrochener Arm - muss ein Kind zum Arzt, zahlt die Krankenkasse. "Gesetzlich Versicherte können Kinder bei einem Elternteil beitragsfrei mitversichern lassen", erklärt Gerald Archangeli vom Bundesverband deutscher Versicherungskaufleute.

Die Familienversicherung endet, sobald der Nachwuchs Geld verdient, spätestens an dessen 25. Geburtstag. "Sind beide Eltern privat versichert, wird für Kinder ein eigener Beitrag fällig, wahlweise in einer privaten oder einer gesetzlichen Kasse", sagt Archangeli.

Ein Problem kann es geben, wenn der Nachwuchs etwa mit dem Fahrrad gegen das geparkte Auto des Nachbarn stößt. "Zwar sind Kinder in der Privathaftpflicht der Eltern mitversichert, doch sind unter Siebenjährige noch nicht deliktfähig", erklärt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Sie können also streng genommen für Schäden gar nicht belangt werden." Folglich würden viele Versicherer die Hände heben - Eltern müssten dann selbst zahlen. Deshalb lohne es sich, von vorneherein einen Anbieter zu wählen, der die Schuldfähigkeit nicht prüft, rät Wortberg.

Im Straßenverkehr seien Kinder erst ab zehn Jahren schuldfähig, ergänzt Archangeli. Da es dort schnell um höhere Schadenssummen geht, könnten sich Eltern eher auf das Alter ihres Kindes berufen. Was aber, wenn das Kind selbst bei einem Unfall so schwer verletzt wird, dass es bleibende Schäden davonträgt? "Auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule sowie während ihres Aufenthaltes dort sind Kinder durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt", sagt Archangeli.

Übernommen würden je nach Schwere der Beeinträchtigung die Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus sowie Reha-Maßnahmen bis hin zu einer lebenslangen Rente. Für eine gezielte Förderung eines behinderten Kindes reiche das Geld dagegen meist nicht. "Ich empfehle den Abschluss einer Kinderunfallversicherung", sagt Mandy Fock vom Bund der Versicherten (BdV). Policen gibt es ab rund 60 Euro im Jahr.

Im Gegensatz dazu favorisiert Verbraucherschützer Wortberg eine Invaliditätsversicherung für Kinder. "Diese zahlt auch, wenn die Behinderung nicht Folge eines Unfalls, sondern einer Krankheit ist." Die Zahl der schwerbehinderten Kinder, die durch einen Unfall invalide werden, liegt bei lediglich 0,6 Prozent. Eine Invaliditätsversicherung sei mit 300 bis 500 Euro pro Jahr zwar nicht billig, räumt Wortberg ein. Demgegenüber stehe aber das Risiko, den Unterhalt des eigenen Kindes lebenslang finanzieren zu müssen.


dpa-Magazin / mag
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