Ein USB-Stick leistet schnelle Hilfe bei Virenbefall

Mit Rescue-CDs oder -Sticks lassen sich Computer auf einen Befall mit Viren hin abhorchen und im Idealfall kurieren. (Foto: Franziska Koark/dpa/mag)

Um einen von Viren befallenen Rechner zu heilen, muss man keinen Arzt rufen. Es gibt spezielle Scanner, mit denen sich das System booten und dann durchsuchen und reinigen lässt.

Beispiele für solche Software sind die BitDefender-Rescue-CD oder die Kaspersky-Rescue-Disk. Beide lassen sich als ISO-Datei kostenlos herunterladen und als Datenträgerabbild brennen. Das geht in Windows 7 über einen Doppelklick auf die Datei. Alternativ lässt sich die ISO-Datei von Kaspersky auch auf einen USB-Stick schreiben. Dazu bietet der Hersteller gleich das passende Tool an, den USB-Rescue-Disk-Maker. Das Tool muss über das Kontextmenü mit Administratorrechten gestartet werden. Sind auf dem Stick bereits Daten gespeichert, bleiben diese erhalten. Das Tool installiert nur einen Bootsektor auf dem Stick und integriert die notwendigen Dateien für die Rettungs-CD. Hierbei handelt es sich um etwa 200 Megabyte (MB) an Daten. Weitere verfügbare kostenlose Rettungs-CDs sind zum Beispiel die AntiVir-Rescue-CD, die F-Secure-Rescue-CD oder die AVG-Rettungs-CD."Wichtig ist es, den Rechner mit der Boot-CD/DVD eines Anti-Viren-Programms zu starten und nicht aus dem laufenden Betrieb heraus nach Viren zu suchen", rät Wolfgang Hosbach Redakteur beim "PC Magazin". Nur so könnten auch sogenannte Rootkits gefunden werden, die sich vielleicht auf der Festplatte eingenistet haben. Bei einem hartnäckigen Virus sollte man mehrere Rescue-CDs nacheinander einsetzen, rät der Experte. Findet man den Schädling so nicht, muss der Rechner komplett neu aufgesetzt werden. "Das ist nicht die schlechteste Lösung", sagt Hosbach. "Daten lassen sich zuvor zum Beispiel mit einem Live-Linux-System, das ebenfalls von der CD gestartet wird, auf eine externe USB-Platte retten."

Möglichkeiten ausreizen

Mit der Freeware Sardu können Anwender auch mit wenigen Klicks über einen Assistenten einen Multiboot-USB-Stick erstellen, der verschiedene Virenscanner enthält. Die entsprechenden Rescue-CDs laden Benutzer über das Tool herunter. Daneben lassen sich auch verschiedene Linux-Live-Systeme wie BackTrack, Fedora oder Ubuntu integrieren, wie der Anbieter erläutert. Der aktuelle Status ist am Ladebalken im unteren Bereich und auf der Registerkarte "Report" ersichtlich. Im rechten Bereich ist zu sehen, wie groß das Multiboot-System ist. Sind alle ISO-Dateien heruntergeladen, lässt sich der Stick, auf den das System die Daten kopieren soll, mit einem Klick auf "Search USB" auswählen.

Anschließend können Anwender mit dem erstellten Stick den Rechner booten und mit den Scannern das Betriebssystem überprüfen. Soll ein Computer über USB booten, ist es oft notwendig, entsprechende Einstellungen im BIOS festzulegen oder das Boot-Menü während des Systemstarts aufzurufen. Der Multiboot-Stick eignet sich auch, um den Rechner in regelmäßigen Abständen mit den verschiedenen Rescue-Discs zu scannen. Denn es kann durchaus sein, dass das im normalen Betrieb laufende Antivirenprogramm einen Virus oder Wurm mal nicht erwischt.


dpa-Magazin / mag
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