Fallen am grauen Kapitalmarkt

Anbieter auf dem grauen Kapitalmarkt versprechen hohe Gewinne. Die Risiken sind aber oft mindestens ebenso hoch. (Foto: Franziska Koark)

Hohe Zinsen, üppige Renditen oder steuerliche Vorteile - mit solchen Versprechen versuchen Geschäftemacher Anleger dazu zu animieren, jenseits der Banken zu investieren.

"Leider kommt es immer wieder vor, dass sich Anleger viel zu gutgläubig zeigen und sich vorschnell zu einem Kauf verleiten lassen", sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken.

Vorsicht ist vor allem bei den sogenannten kalten, also unerwarteten Anrufen geboten. Dabei werden die Empfänger mit scheinbar überzeugenden Argumenten zeitlich unter Druck gesetzt. Der Nachteil: Die Gründe, die für die vermeintlich sichere und gewinnbringende Anlage sprechen, sind in der Regel schwer überprüfbar. "Kalte Anrufe sind verboten", betont Renate Daum von der Stiftung Warentest. Laut Daum werden am Telefon häufig vermeintliche Meinungsumfragen zum Thema Steuersparen vorgeschoben: "Ziel von solchen Anrufen ist oft, an die genauen Kontaktdaten der Betroffenen und an Informationen zu ihrer finanziellen Lage zu kommen", so Daum. Das diene dazu, den Angerufenen vermeintlich lukrative Steuersparmodelle anzubieten.

"Der graue Kapitalmarkt ist zwar etwas heller geworden", sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und verweist auf Vorschriften zum Anlegerschutz, die in den vergangenen Jahren in Kraft getreten sind. Ungeachtet dessen müssen Anleger aber weiter aufpassen: Geht es auf dem grauen Kapitalmarkt zum Beispiel um Firmenbeteiligungen, trägt man das unternehmerische Risiko mit. Augen auf heißt es auch, wenn Anbieter Anleger mit Sprüchen wie "Gebäude sind immer sicher" oder "Die Miete aus dem Objekt ist Ihre zweite Rente" zum Investieren in Immobilien bewegen wollen. Oft genug sind die Preise für solche Häuser überzogen, ihr Zustand stark sanierungsbedürftig.

Doch wie können Anleger feststellen, dass sie es mit einem seriösen Anbieter zu tun haben? "Grundsätzlich ist es empfehlenswert, dass man das Unternehmen kennt, mit dem man Geschäfte abschließt", sagt Julia Topar. Ist einem der Anbieter unbekannt, sollte man versuchen, über das Internet oder sein Umfeld an Informationen zu kommen. Die Bankenexpertin mahnt auch zur Vorsicht, wenn dem Anleger zu hohe Renditen in Aussicht gestellt werden. "Zur Orientierung: Sichere Anlagen bringen derzeit bis zu zwei Prozent Zinsen."

Ebenfalls ein Muss: "Anleger sollten mehrere Angebote miteinander vergleichen", rät Feck. Im Zweifelsfall können sie sich gegen eine Gebühr bei der Verbraucherzentrale beraten lassen oder sich Fachlektüre besorgen. Beachtet werden müssen auch die anfallenden Kosten beim Erwerb eines Anlageproduktes.


dpa-Magazin / mag
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