Indexfonds sind nicht immer die erste Wahl

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind nicht immer besser als gemanagte Fonds. (Foto: Franziska Koark)

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, gelten oft als die besseren Fonds. Der Grund: Sie sind einfach, transparent und kostengünstig. Vor 20 Jahren kamen diese börsengehandelten Fonds erstmals in den USA auf den Markt, seit 2000 werden sie auch in Europa angeboten.

"In Deutschland haben Anleger inzwischen die Auswahl unter mehr als 1000 Produkten", sagt Stephan Kraus von der Deutschen Börse. ETFs orientieren sich im Gegensatz zu herkömmlichen Investmentfonds an einem Index. "Das kann ein Aktienindex wie der Dax sein, aber auch ein Renten-Index wie der Rex, der die Kursentwicklung deutscher Staatsanleihen abbildet", erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Im Klartext heißt das für die Anleger, dass sich ihr ETF immer genauso entwickelt wie der Index, den er abbildet.Abgezogen werden müssen natürlich noch die Kosten, die durch Transaktions- und Verwahrungsgebühren entstehen. Allerdings werden bei ETFs deutlich geringere Verwaltungsgebühren fällig als bei aktiv gemanagten Fonds. "Bei aktiven Fonds liegen sie in der Regel bei zwischen 0,8 und 2,0 Prozent des Fondsvermögens, bei ETFs dagegen in der Regel bei 0 bis 0,8 Prozent", erläutert Rolf Drees vom BVI Bundesverband Investment und Asset Management.

Ein weiterer Vorteil von ETFs: Dadurch, dass sie ständig an der Börse gehandelt werden, lassen sie sich im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds noch flexibler kaufen und verkaufen. ETFs kann man wie Aktien jederzeit handeln. Wer beispielsweise morgens einen ETF kauft, kann den Fonds schon am Nachmittag des gleichen Tages wieder verkaufen. "Anleger können also Wertschwankungen während eines Tages nutzen", sagt Rolf Drees. "Bei herkömmlichen Fonds wird dagegen nur einmal täglich ein Preis berechnet."

Laut Annabel Oelmann ist außerdem der Sicherheitsfaktor bei ETFs recht hoch. Zwar gibt es auch hier durchaus Kursschwankungen. Allerdings gelten ETFs ebenso wie herkömmliche Investmentfonds rechtlich als Sondervermögen. Das bedeutet, dass im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft die ETF-Anteile davon nicht betroffen sind - das Geld des Anlegers also in jedem Fall sicher ist und nicht dem Pleitegeier zum Opfer fällt. "Auch in Sachen Risikostreuung sind ETFs noch stärker als herkömmliche Investmentfonds", betont Kraus.

Sind also ETFs automatisch besser als herkömmliche Investmentfonds? "Nicht zwangsläufig", sagt Verbraucherschützerin Oelmann und fügt hinzu: "Ein aktiv gemanagter Fonds kann durch das aktive Management eine bessere Performance als ein Index erreichen." Die Betonung liege aber auf "kann". Verbraucher sind aus Sicht von Drees gut beraten, wenn sie mehrere Angebote miteinander vergleichen und erst dann eine Wahl treffen. "Letztendlich bestimmt das persönliche Risiko- und Renditeprofil eines Anlegers das jeweils zu ihm passende Anlageprodukt", betont Kraus.


dpa-Magazin / mag
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