Keine Fliegengewichte kaufen: Bei Ranzen zählt Tragekomfort und Sicherheit

Knallige Farben dürfen auf dem Ranzen nicht fehlen. So werden Schüler im Straßenverkehr gut gesehen. (Foto: Patrick Seeger)

Erstklässlern dasselbe Problem: Welcher Ranzen ist der beste für mein Kind? Damit der Sprössling glücklich ist, muss der Tornister toll aussehen. Für Mama und Papa stehen dagegen Fragen wie Tragekomfort und Sicherheit im Vordergrund.

Für die Sicherheit im Straßenverkehr seien vor allem Reflektoren und knallige Farben wichtig, sagt Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Haltung und Bewegung in Wiesbaden. Für den Tragekomfort aber sei nicht das Gewicht entscheidend, sondern eine gute Passform. Vor dem Kauf sollten Schüler den Tornister daher in jedem Fall probetragen. Auch wenn es cool ist, den Ranzen nur einseitig zu schultern, ist diese Variante tabu: Denn so drohen Fehlhaltungen.

Der Tornister müsse eng am Rücken liegen, so der Sportwissenschaftler. Optimal sitze er, wenn die Oberkante am Schultergürtel sowie die Unterkante am Beckengürtel abschließt. Als sehr rückenfreundlich gelten Ranzen mit Kontur, da sich die Rückwand der Wirbelsäulenform anpasst. Wichtig sind außerdem verstellbare Tragegurte, damit der Ranzen auch bei einem sehr kleinen oder sehr großen Kind wirklich da sitzt, wo er hingehört.

Grundsätzlich sollte als Last einem Schulkind nicht mehr als etwa 15 Prozent seines Eigengewichtes zugemutet werden. Starke oder sehr sportliche Kinder schaffen auch 20 Prozent. Die meisten Schulranzen wiegen leer nicht mehr als etwa 1,3 Kilogramm. Doch zusammen mit Pausendose, Getränken und jeder Menge Bücher, Stiften und Heften kommt da schnell Gewicht zusammen. Besonders zur Last wird der Inhalt dann, wenn er hin und herschwappt. Eine gute Innenaufteilung ist daher wichtig: Schwere Bücher gehören in ein Fach nah am Rücken, die leichten Sachen in vordere Fächer.

Sogenannte Fliegengewichte unter den Tornistern sollten Eltern aber auch nicht kaufen – die sind meistens nicht stabil genug und schaden dem Rücken. Für einen guten Schulranzen müssen Mama und Papa schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Unter 100 Euro bekommt man kein gutes Produkt, sagt Breithecker. Mehr als 200 Euro aber müssen es auch nicht sein.
dpa-Magazin / mag
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