Kulinarische Bräuche in europäischen Ländern

Zu Ostern gibt es vielerorts Hefekränze - eine Alternative sind Gebäcke aus Quark-Öl-Teig (hier im Bild). (Foto: Andrea Warnecke)

An Ostern endet die Fastenzeit. Kein Wunder, dass in christlich geprägten Ländern dann üppig aufgetischt wird. Bei vielen steht Lammfleisch auf dem Speiseplan: Für die Franzosen zum Beispiel muss es am Ostersonntag eine mit Knoblauch gespickte Lammkeule sein.

Sie wird mit Thymian und Rosmarin gewürzt, mit etwas Butter bestrichen und ungefähr 40 Minuten im Ofen gebraten, wie Jean-Marie Dumaine vom Restaurant "Vieux" in Sinzig an der Ahr erläutert. Geviertelte Zwiebeln und Karotten geben dem klaren Bratensaft, der als Soße serviert wird, die nötige Würze. In einigen Regionen Frankreichs gibt es als Vorspeise eine Paté de Pâques. "Das ist eine Pastete aus Blätterteig, gefüllt mit Schweinefleisch und gekochten Eiern", erläutert Dumaine.Wer einmal in Griechenland Ostern gefeiert hat, schwärmt noch lange vom üppigen Lammbraten am Spieß. Darüber sind sich die Griechinnen Maria Kolessidou, Anna Issaioglou und Georgia Christoglou aus Hamburg einig. Vor allem auf dem Land werden ganze Lämmer über offenem Feuer gebraten. Dann zieht das Aroma von Olivenöl, wildem Majoran und Zitrone durch die Luft. Die Wartezeit darauf verkürzt gegrillter Kokoretsi, ein mit Lamm-Innereien und Kräutern gefüllter Darm.

Das polnische Ostermahl beginnt mit einem opulenten Frühstück. "Nach einem weit verbreiteten Brauch lässt man zumindest einen Teil der Speisen, die dazu gereicht werden, am Vortag in der Kirche segnen", sagt Magdalena Korzeniowska-Beckmann vom Polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin. Ein Muss ist auch die Suppe Zurek. Jede Region kennt ihre eigenen Rezepte, die Grundlage ist immer vergorenes Roggenmehl. So esse man zum Beispiel in Poznañ (Posen) Zurek Wielkopolski, erzählt sie. Das ist eine Variante mit Weißwurst, Meerrettich, Sahne, Knoblauch und Kartoffeln.

Zum Osterfest russisch-orthodoxer Christen gehören Kulitsch, ein Osterbrot aus Hefeteig und Rosinen, sowie eine Quarkspeise namens Paskha. Deren Zubereitung sei sehr aufwendig, sagt die Kochbuch-Autorin Irina Carl. Die gebürtige Russin kennt viele Rezepte dafür, sei es für kalte oder gekochte Varianten. Wer mag, verziert die Außenseite üppig mit Mandeln, Rosinen und kandierten Früchten.

Literatur: Irina Carl: Russisch kochen. Gerichte und ihre Geschichte, Die Werkstatt, 223 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-895334832.

dpa-Magazin / mag
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