So wird der Rechner aufgeräumt

Temporäre Dateien, alte Dokumente, verwaiste Kopien: Auf dem Rechner liegt so einiges, was niemand mehr braucht. Damit man zumindest über die eigenen Dateien von Anfang an den Überblick behält, lohnt es, sich eine Systematik für Textdateien und andere Dokumente zu überlegen.

"Die Kunst ist, gute Oberbegriffe zu finden", erklärt die Sachbuchautorin und Trainerin Katharina Dietze. Mehr als zehn Ordner sollten es nicht sein, in die Dateien einsortiert werden. "Um die Ordnung aufrecht zu halten, gilt die goldene Regel: Dinge sofort erledigen, denn so kann kein Stau entstehen", sagt Dietze. Bekommt man zum Beispiel die Klassenliste seines Kindes zugeschickt, gehört sie in den Ordner "Schule".

Ist der Ordner "Eigene Dateien" mit den Dokumenten strukturiert, bleiben noch drei große Gruppen von Daten übrig: Fotos, Videos und Musik. Um sie zu sortieren, gibt es kostenlose Programme, die eine stapelweise Bearbeitung erlauben. Das nennt sich Batch-Konvertierung. Für Fotos ist das Freeware-Programm Irfanview verbreitet. Damit lassen sich Bilder auch bearbeiten, zuschneiden oder passend drehen. Eine ebenfalls kostenlose Alternative ist das von Google entwickelte Picasa.

Fotos, aber auch Videos und Musik sortiert Nero Kwik Media bzw. Nero MediaBrowser. "Das Programm spart immens Zeit", sagt Softwareentwickler Morten Faust, der sich beruflich mit dem Management sogenannter Metadaten für Musik beschäftigt. Metadaten sind unsichtbare Informationen, die bei jeder Mediendatei mitgeliefert werden. Bei Musik verraten sie zum Beispiel Interpreten und Songtitel, bei Bildern Aufnahmedatum und -ort. Um die Musiksammlung mit vernünftigen Metadaten zu versorgen, gibt es zum Beispiel das Gratisprogramm MP3Tag. Hier sollte man besonders auf das oft vernachlässigte Feld "Genre" achten, rät Morten Faust: Das hilft vor allem bei großen Sammlungen dabei, die verschiedenen Stilrichtungen auseinanderzuhalten.

Ballast sammelt sich auf dem Rechner aber nicht nur in Form von unsortieren Fotos und Liedern an. Auch längst vergessene, aber noch immer installierte Programme können den PC kräftig ausbremsen. Nutzer sollten deshalb ab und zu einen Blick in den Ordner "Programme" in der Systemsteuerung werfen, rät Sachbuchautor und Softwareentwickler Mirko Müller.

Je mehr Programme installiert sind, desto länger dauert auch das Starten des Rechners: Denn viele Programme fahren dabei automatisch mit hoch. Um das zu verhindern, geben Windows-Nutzer unter Ausführen "msconfig" ein. Anschließend öffnet sich ein Menü. Hier lässt sich unter dem Reiter "Systemstart" festlegen, welche Software beim Hochfahren gestartet werden soll.

Zum Kampf gegen weiteren Datenmüll, etwa temporäre Dateien in der Zwischenablage, empfiehlt Müller das Programm CCleaner. "Das ist ein Aufräumtool, das im Gegensatz zu manchen anderen nichts kaputt macht", sagt der Experte. Wer dann immer noch Speicherplatz braucht, kann über den Explorer von Windows im Suchfenster gezielt nach "riesigen" Dateien suchen. "Da findet man oft erstaunliche Brocken, die man nicht braucht, und kann richtig viel Platz schaffen", berichtet Mirko Müller aus eigener Erfahrung. Ganz automatisch geht die Aufräumerei mit der Defragmentierung, die sich je nach Windows-Version unter "Zubehör" oder "Systemprogramme" befindet.


dpa-Magazin / mag
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