Steuerbetrug ist kein Kavaliersdelikt

Falsche Angaben in der Steuererklärung werden vom Finanzamt im Zweifel geahndet. (Foto: Kai Remmers)

Steuerhinterziehung ist strafbar. Immer mehr mutmaßliche Steuersünder zeigen sich selbst an, in der Hoffnung, so einer Strafe zu entgehen. Doch wann beginnt eigentlich Steuerhinterziehung?

"Im Steuerrecht gibt es keine Bagatellgrenze", erklärt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Das heißt: Wer dem Fiskus vorsätzlich oder leichtfertig Steuern vorenthält, macht sich schon ab dem ersten Euro schuldig.Ernste Folgen drohen aber erst bei größeren Verstößen. Ab einem Betrag von 50 000 Euro wird bei Steuerhinterziehung laut Rechtsprechung eine Geldstrafe fällig, ab 100 000 Euro droht eine Freiheitsstrafe. Ab einem Betrag von einer Million Euro halten die Gerichte Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren ohne Aussetzung zur Bewährung für angemessen.

Diese Fehler passieren häufig:

  • Arbeitsweg: Die Fahrt zur Arbeit können Beschäftigte steuerlich geltend machen. Für eine Strecke erkennt das Finanzamt 30 Cent pro Kilometer an. "Häufig wird hier aber zu viel angegeben", sagt Markus Deutsch. Im Zweifel rechnet der Fiskus nach.
  • Arbeitszimmer: Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer mindern die Steuerlast. "Manchmal wird das Arbeitszimmer aber gleichzeitig auch als Gästezimmer genutzt", sagt Deutsch. Dann werden die Kosten aber nicht unbedingt anerkannt. Auch hier gilt: Bei Zweifelsfällen schauen die Finanzbeamten genau hin.
  • Haushaltshilfe: Haushaltshilfen sollten bei der Minijobzentrale angemeldet werden. Denn dann werden Sozialabgaben und Steuern entrichtet. "Wer zum Beispiel seine Putzfrau schwarz beschäftigt, macht das eben nicht", erklärt Deutsch. Fällt das auf, müssen Auftraggeber mit Nachzahlungen und Bußgeldern rechnen.
  • Bewirtungskosten: Freiberufler und Selbstständige können Bewirtungskosten absetzen. Allerdings nur, wenn der Anlass beruflich war. Wer seine Familie zum Essen ausführt, kann die Rechnung nicht einfach einreichen. Damit das Finanzamt die Belege anerkennt, müssen sie sorgfältig ausgefüllt werden. "Auch hier schauen die Beamten im Zweifel genau hin", erklärt Deutsch.

dpa-Magazin / mag
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