Urlaubern steht Schadenersatz zu

Urlaubern steht Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden zu, wenn der Veranstalter den Reisebeginn deutlich nach hinten verlegt und keine gleichwertige Ersatzreise anbietet.

Außerdem sind sie in einem solchen Fall berechtigt, die Reise kostenlos zu stornieren. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Köln (Az.: 142 C 210/12) hervor, auf das die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" hinweist.

In dem Fall hatte ein Vater für sich und seinen Sohn eine Reise nach Tunesien vom 13. bis 27. Juni gebucht. Einige Wochen vor dem Abflug teilte der Veranstalter mit, dass der Flug storniert wurde, und bot den alternativen Reisezeitraum vom 17. Juni bis 1. Juli an. Die Kunden stornierten die Reise, weil sie teilweise außerhalb der Schulferien lag. Sie forderten deshalb eine Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreuden.

Das Gericht gab ihnen Recht. Den Klägern stehe eine Entschädigung zu. Der Veranstalter sei Schuld daran, dass die Reise nicht stattfand, da der vertraglich vereinbarte Reisezeitraum nicht mehr sichergestellt werden konnte. Hätte ihm der Veranstalter eine gleichwertige Reise angeboten, hätten Vater und Sohn nicht zurücktreten dürfen. Das Ersatzangebot in diesem Fall sei jedoch nicht gleichwertig gewesen, da der Reisezeitraum über das Ende der Ferien hinausreichte.


dpa-Magazin / mag
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