Welche Rechte Kunden bei Gutscheinen haben

Zulange dürfen die Beschenkten mit dem Einlösen von Gutscheinen nicht warten. Nach spätestens drei Jahren verjähren die Ansprüche. (Foto: Andrea Warnecke)

Egal ob Geburtstag, Weihnachten oder Konfirmation - wer keine zündende Idee für ein Geschenk hat, greift gerne zu einem Gutschein. Besonders beliebt sind laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) Gutscheine für Kleidung und Elektronik.

Trotz der Beliebtheit bei den Kunden sind Geschäfte nicht zum Ausstellen verpflichtet. "Das kann jedes Unternehmen halten, wie es möchte", sagt HDE-Sprecher Stefan Hertel. Auch für die Form existieren keine Vorgaben.

Geschenk-Gutscheine werden in Waren und Dienstleistungen verwandelt, aber nicht bar ausbezahlt. Es gibt Ausnahmen: Bevor der Beschenkte den Gutschein einlöst, macht das Geschäft dicht, ohne jedoch pleite zu sein. In dem Fall besteht laut HDE ein Rückerstattungsanspruch. Filialunternehmen lösen den Gutschein in einem anderen Laden ein.

Zweite Variante: Eine im Gutschein beschriebene Dienstleistung - beispielsweise Fußpflege - wird nicht mehr erbracht. "Eine alternative Dienstleistung muss nicht akzeptiert werden", erläutert Gabriele Zeugner von der Verbraucherzentrale Bremen. Der Kunde kann aber einem angebotenen Tausch - Maniküre gegen Pediküre - zustimmen.

Zum Einlösen bleiben Beschenkten bis zu drei Jahre Zeit. So lange behalten nicht ausdrücklich befristete Gutscheine ihre Gültigkeit. Die Laufzeit beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde. Hintergrund sind Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB).

Befristungen dürfen Läden frei festlegen. Allerdings hält die Rechtsprechung ein halbes oder ein ganzes Jahr für zu knapp bemessen. Verbraucherschützerin Zeugner zitiert ein Urteil aus München, in dem das Oberlandesgericht (OLG) Klägern Recht gab, die sich gegen zwölf Monate Einlösezeit wehrten (Az.: 29 U 3193/07).

Event-Gutscheine können bereits mit dem Datum der Veranstaltung verfallen. Wer am Tag eines Konzerts krank oder schon verplant ist, guckt meist in die Röhre. "Ist die Veranstaltung einmalig, habe ich keinen Anspruch auf Geld", sagt Zeugner. Umgehen lässt sich das Problem mit selbstgestalteten Karten "Für einen schönen Abend zu zweit" oder "Für einen Opernabend". Der Beschenkte wählt selbst Ort und Zeit und bekommt dann das Geld.

Für online erstandene Gutscheine gilt das Widerrufsrecht nach dem Fernabsatzvertrag. Demnach kann der Käufer innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurücktreten, erläutert Evamaria Schönmetzler von der Verbraucherzentrale Bayern. Er bekommt dann sein Geld zurück. Kunden sollten vorab das Impressum des Anbieters anschauen.

Dort finden sich oft Angaben, die das Widerrufsrecht oder die Einlösefrist einschränken oder Hinweise zu Umtauschkonditionen. Der Beschenkte hat prinzipiell drei Jahre Zeit, den Gutschein einzulösen. Gefallen die bestellten Turnschuhe nicht, können sie gegen ein anderes Paar getauscht werden. Anspruch auf Geld zurück gibt es nicht.


dpa-Magazin / mag
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