Wie Anleger aus wenig Zinsen viel rausholen

Für Sparer wird es angesichts der niedrigen Zinsen schwieriger, mit ihrem Geld eine gute Rendite zu erwirtschaften. (Foto: Andrea Warnecke)

Die Zinsen im Euroraum sind so niedrig wie noch nie. Denn die Europäische Zentralbank EZB hat den Leitzins auf 0,5 Prozent gesenkt. Höchste Zeit, dass Kleinanleger einen kritischen Blick in das eigene Depot werfen.

"Die Situation ist schon erschreckend", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. "Denn die Rendite bei vielen klassischen Sparprodukten ist heute eigentlich negativ." Der Grund: Weil die Zinsen, die Sparer bei den meisten Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten bekommen, niedriger sind als die Inflationsrate, verliert ihr Kapital an Wert.Sparer sollten daher jetzt aktiv werden. Der erste Schritt: "Überlegen Sie sich, wie viel Risiko Sie in Kauf nehmen können und wollen", sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Auch Marc Krzewinski von der WSH Deutsche Vermögenstreuhand rät: "Sie sollten sich grundsätzliche Fragen beantworten: Wie viel Risiko kann ich eingehen? Wie lange kann ich auf einen Teil meines Geldes verzichten? Wie hoch sollten meine liquiden Mittel sein?"

Der zweite Schritt: "Sie müssen Ihr Vermögen breit streuen über alle Anlageklassen: festverzinsliche Papiere, Geldwerte, Aktien, Rohstoffe", sagt Krzewinski. Nur auf diese Weise könnten Anleger in Zeiten niedriger Zinsen verhindern, dass ihr Vermögen weiterhin nach und nach an Wert verliert.

Aktien bekommen in diesem Umfeld eine immer größere Bedeutung. "Aktien sind ein wichtiger Baustein im Depot", sagt Krzewinski. Allerdings sollte nur ein Teil des Vermögens in Aktien angelegt werden, findet Jürgen Kurz. "Das Geld muss außerdem für längere Zeit entbehrlich sein. Fünf Jahre sollte man schon einplanen", sagt der Wertpapierexperte. Denn wer in Aktien investiert, sollte genug Zeit haben, schlechte Kursentwicklungen auszusitzen. Einen Teil des Vermögens sollten Sparer daher in sichere, verzinste Anlagen bei Banken stecken, empfiehlt Uwe Döhler von der Stiftung Warentest. Denn hier sei die Rendite garantiert - auch in Zeiten niedriger Zinsen. "Am besten ist es, Sie setzen auf eine flexible Strategie", rät Döhler. Wer verschiedene Laufzeiten miteinander kombiniere, könne unter Umständen auch mehr als die Inflationsrate rausholen. Denn je länger Geld bei einer Bank fest angelegt wird, desto höher ist der Zins.


dpa-Magazin / mag
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