Stabiler auf der Schiene: Im Nord-Süd-Tunnel fahren wieder S-Bahnen

Die Bahn hat den Nord-Süd-Tunnel zwischen Gesundbrunnen und Anhalter Bahnhof sowie die Bahnhöfe wie die Station Nordbahnhof saniert. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Die seit dem 16. Januar gesperrte S-Bahn-Strecke zwischen Gesundbrunnen und Anhalter Bahnhof ist ab 4. Mai wieder frei.

Es gibt doch noch Bauvorhaben, die planmäßig beendet werden. Die Bahn hat die komplette Sanierung des sechs Kilometer langen Nord-Süd-Tunnels abgeschlossen. 6,4 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Die Gleis- und Bahnanlagen im 1936 fertiggestellten Nord-Süd-Tunnel sind jetzt auf dem neusten Stand der Technik. Zwischen Nordbahnhof und Gesundbrunnen wurden vier Kilometer Gleise erneuert. In den Bahnhöfen Nordbahnhof und Potsdamer Platz kamen 19 neue Weichen rein. Damit es in den Kurven nicht quietscht, wurden 13 neue Schienenschmierapparate eingebaut. Das wichtigste ist jedoch die Installation moderner Signal- und Sicherungstechnik. Der gesamte Tunnel ist mit dem sogenannten Zugbeeinflussungssystem S-Bahn ausgerüstet worden. 109 alte mechanische Fahrsperren konnten dadurch ausgebaut werden. Wie Gisbert Gahler von der Deutschen Bahn sagt, werden die Züge zukünftig "zuverlässiger und stabiler fahren". Das bedeutet einen pünktlicheren Zugbetrieb. Theoretisch kann man mit dem neuen System 100 Kilometer pro Stunde fahren. Im Nord-Süd-Tunnel geht das aber zum Beispiel aufgrund der Kurven nicht.

Für die Tunnelbeleuchtung wurden 2500 Leuchtstoffröhren installiert. Außerdem wurden Bahnsteige saniert, Wandfliesen gereinigt oder ausgetauscht und Fluchttüren erneuert. Die Strecke ist nun mit LTE-Technik ausgerüstet, damit die Fahrgäste im Tunnel Empfang auf ihren Smartphones haben. Im Bahnhof Friedrichstraße wurde ein neuer Aufzug eingebaut. 61 alte Werbetafeln wurden an sechs Stationen hinter den Gleisen entfernt und am Nordbahnhof zum Beispiel durch Berlinmotive ersetzt. Auf Werbeeinnahmen muss die Bahn aber nicht verzichten. An den Wänden gibt es jetzt 45 Projektionsflächen, auf denen Nachrichten, Veranstaltungstipps und Werbung laufen.

Der rund 75 Jahre alte und sechs Kilometer lange Bahntunnel wurde 1991 erstmals seit 1945 umfassend instandgesetzt. Seit 2006 steuert ein elektronisches Stellwerk die Signale im Tunnel. Auf der Strecke fahren rund 4800 Züge der Linien S 1, S 2 und S 25 in der Woche.


Dirk Jericho / DJ
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