Air Berlin-Pleite drückt Palast-Bilanz: Friedrichstadt-Palast dennoch mit historischem Ergebnis

Spektakuläre Kostüme von Jean Paul Gaultier bei der zehn Millionen Euro teuren aktuellen Grand Show. (Foto: Tobias Schwarz)
Berlin: Friedrichstadt-Palast |

Der landeseigene Friedrichstadt-Palast hat 2017 fast einen Rekordumsatz erreicht. Doch wegen der Air Berlin-Insolvenz reichte es nur für Platz Zwei in der 98-jährigen Geschichte des Hauses.

25,3 Millionen Euro hat die Landesbühne an Ticketumsatz gemacht und über eine halbe Million Gäste begrüßt. Damit überspringt der Palast zum zweiten Mal seit 1919 die 25-Millionen-Marke. Im Vergleich zum Vorjahr mit 22,2 Millionen Euro sind das 3,1 Millionen Euro mehr. Im Rekordjahr 2013 wurden sogar satte 25,9 Millionen Euro eingefahren.

Mit der Bilanz des abgeschlossenen Geschäftsjahres liegt der Palast nach Gästen mit deutlichem Abstand auf Platz Eins der Berliner Bühnen. Die Auslastung 2017 betrug 89 Prozent. Auf dem Tiefpunkt der Krise im Jahr 2008 waren es 64 Prozent Auslastung. Zu den sehr guten Zahlen trug die neue Kindershow „Spiel mit der Zeit“ bei, die noch bis 31. Januar läuft.

Wie der Show-Palast mitteilt, hat sich die Insolvenz von Air Berlin ab September nach vollständiger Einstellung des Flugbetriebs Ende Oktober „mit Wucht“ bemerkbar gemacht. Interne Rechnungen gehen davon aus, dass dies „mindestens 15 000 Gäste und eine Million Euro Ticketerlöse gekostet haben“, so Palast-Sprecher André Puchta. „Dass unser Haus unter diesen schwierigen Bedingungen zum zweiten Mal die 25-Millionen-Euro-Umsatzmarke überschritt, zeigt die enorme Kraft der aktuellen Gaultier-Show“, so Intendant Berndt Schmidt. Zu Beginn seiner Intendanz vor zehn Jahren lag der Ticketumsatz bei 12,7 Millionen Euro. Die aktuelle THE ONE Grand Show mit spektakulären Kostümen von Jean Paul Gaultier läuft noch bis 5. Juli und wird wahrscheinlich die erfolgreichste Produktion des Hauses.

Auch wenn sich die Situation zum Sommerflugplan normalisieren soll, rechnet der Palast für das erste Halbjahr 2018 mit weiter spürbaren Umsatzausfällen zwischen einer halben und einer Million Euro. Und weist darauf hin, dass 2018 auf jeden Fall kein Rekordjahr wird. „Das liegt daran, dass zu geraden Jahreszahlen (wie 2016 und 2018) das Haus fast ein Vierteljahr geschlossen bleibt, um die neue Grand Show einzubauen“, so Puchta. Weltpremiere ist im Herbst. Unter dem Motto „Ein Palast für alle“ wurden 2017 auch rund 35.000 Sozialtickets für Menschen mit schmalem Geldbeutel vergeben. Berlinpass-Inhaber zahlen nur drei Euro pro Ticket.
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