Am Berliner Stadtrand wäre Platz für viele neue Windräder

Berlin. Es ist 180 Meter hoch, produziert pro Jahr 4000 Megawattstunden Elektroenergie und versorgt damit mehr als 1000 Vier-Personen-Haushalte: Berlins erstes Windrad ist seit Juli 2008 in Pankow in Betrieb.

Bald soll das zweite folgen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat angekündigt, es zu genehmigen. Das Rad soll auf einer Ackerfläche nahe der B 2 dicht an der Grenze zum Landkreis Barnim stehen. Der Standort hatte lange für Streit gesorgt. Das Naturschutzamt Pankow hatte Bedenken, dass die Anlage zu nah am Landschaftsschutzgebiet liegt und der Bezirk Lichtenberg wollte den Anwohnern nicht die Sicht verbauen. Doch die Bedenken haben vor dem Verwaltungsgericht nicht genügt. Außerdem braucht Berlin mehr erneuerbare Energie - zumindest, wenn es nach Senat und Energietisch geht. Beide planen ein Stadtwerk und wollen mehr Ökostrom anbieten. Der Energietisch will sogar 100 Prozent erneuerbare Energie. Am 3. November können die Berliner in einem Volksentscheid über beide Konzepte abstimmen. Mehr Ökostrom bedeutet aber nicht zwingend mehr Windräder. Um Berlin komplett mit erneuerbaren Energien zu versorgen, braucht es aus Sicht von Stefan Taschner, Sprecher des Energietischs, ein Zusammenspiel mehrerer Techniken. "Auf den vielen Dachflächen kann man eine Menge Solarstrom produzieren. Aber auch Windkraft und Biomasseanlagen werden gebraucht", sagt er. Letztere lassen sich allerdings in der Stadt nicht so einfach umsetzen.

"Wir setzen auf eine gute Kooperation mit dem Land Brandenburg, denn Berlin kann sich nicht allein mit Ökostrom versorgen", sagt Taschner. Besonders geeignet für Windräder seien die Rieselfelder am Stadtrand. 28 Windräder stehen hier, bis zu 60 wären möglich. Sie könnten Strom für rund 100.000 Haushalte produzieren.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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