Bezirk schließt Party-Club: Betreiber hatte keine Gaststättenerlaubnis

Mitte. Das Gewerbeamt hat mit Unterstützung von Bereitschaftspolizisten und Kripobeamten in der Nacht vom 11. auf den 12. Februar den Club N3 dichtgemacht.

Der Razzia kurz vor Mitternacht waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Die Gäste einer Party mussten die Räume verlassen, die vom Bezirk anschließend versiegelt wurden. Wie der für das Gewerbeamt zuständige Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Sonntagnachmittag sagte, verlief die Räumung ohne Widerstand. Bereit stehende Polizisten mussten nicht eingreifen. Von Dassel bedauerte, dass die Partygäste wieder gehen mussten. „Die gewerberechtliche Schließung des Clubs richtet sich gegen den Clubbetreiber und nicht gegen den Partyveranstalter“, so der Bürgermeister. Die Schließung musste bei laufendem Betrieb erfolgen, „als Beweis, dass der Club trotz fehlender Genehmigung betrieben wurde“, so von Dassel.

Der Betreiber, der den Club N3 vor längerem übernommen hatte, hatte keine Gaststättenerlaubnis. Aufforderungen des Bezirksamtes, den Betrieb einzustellen, ignorierte er laut Bürgermeister genauso wie die Zahlung festgesetzter Zwangsgelder in fünfstelliger Höhe. Einem Gerichtsvollzieher gelang es nicht, die Schulden einzutreiben. „Im konkreten Fall gab es keinen Ermessensspielraum, so dass eine Schließung erfolgen musste. Es handelt sich bei der Schließung um das letzte zur Verfügung stehende ordnungspolitische Mittel. Es blieb nur noch die Form des unmittelbaren Zwangs übrig,“ so Stephan von Dassel.

Der Club N3 befindet sich ziemlich versteckt im Innenhof des türkischen Nobelrestaurants „Hasir“ in der Oranienburger Straße 4 direkt am Hackeschen Markt. Die Kellerräume waren das ehemalige Postlager des Zustellungsbezirks N3 für Mitte. Der Club wurde laut von Dassel nur temporär geöffnet und an Partymacher für Technopartys, Geburtstage oder Firmenfeiern vermietet. Die Internetseite des N3-Clubs ist nicht mehr erreichbar. „Berlin ist für seine offene und bunte Party- und Clubszene weltbekannt und ich möchte, dass dies auch weiterhin so bleibt. Entsprechend wünsche ich dem betroffenen Party-Veranstalter, dass er schnellstmöglich einen neuen Veranstaltungsort in Mitte findet“, so Stephan von Dassel. DJ
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