Firma Wall AG übernimmt weiterhin die Pflege des Mahnmals auf dem Bebelplatz

Patrick Möller (links) und Stefan Engelmann von der Wall AG am sanierten Mahnmal auf dem Bebelplatz. Baustadtrat Carsten Spallek (Mitte) freut sich über die Verlängerung des kostenfreien Pflegevertrages. (Foto: Wall AG)
Berlin: Bebelplatz |

Mitte. Zum Jahrestag der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 hat die Plakatfirma Wall AG den Pflegevertrag für das Mahnmal auf dem Bebelplatz bis Ende 2018 verlängert.

Seit 1995 gibt es zwischen Staatsoper und der ehemaligen Königlichen Bibliothek mitten auf dem Bebelplatz das Mahnmal. Der israelische Künstler Micha Ullman hat einen fünf Meter tief in den Untergrund versenkten Ort der Stille gestaltet. Die „Versunkene Bibliothek“, wie das Mahnmal mit leeren Bücherregalen unter einer Glasscheibe heißt, erinnert an die Bücherverbrennung der Nazis von 1933. Der gesamte Bebelplatz ist laut Ullman dabei das Denkmal. Eine Tiefgarage durfte deshalb nicht unter den Bebelplatz gebaut werden. Und nach Protesten durfte auch die Fashion Week nicht mehr ihre Laufstege auf dem Bebelplatz aufbauen.

Glasplatte austauschen

Der Stadtmöblierer und Außenwerber Wall AG übernimmt seit 1996 alle Reingungs-, Wartungs- und Betriebskosten für die Lüftungsanlage. Regelmäßig muss auch die Glasplatte ausgetauscht werden, weil sie nach ein paar Monaten zerkratzt. Hunderte Besucher stehen jeden Tag darauf und schauen in die unterirdische Bibliothek. Stadtrat Carsten Spallek (CDU) freut sich über das Engagement von Wall und betont, dass das Unternehmen dafür keine Gegenleistung wie zum Beispiel zusätzliche Werbeflächen vom Bezirk bekommt. „Ich würde mir wünschen, dass Berlin die Pflege eines Denkmals von diesem Rang aus eigenen Mitteln trägt; jedenfalls nicht in Kooperation mit einem Unternehmen, das kommerzielle Interessen im Stadtraum hat“, kommentierte der frühere SPD-Verordnete in der BVV Mitte, Thomas Koch, Spalleks Facebook-Post zur Wall-Vertragsverlängerung.

Das Mahnmal zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz erinnert an den 10. Mai 1933. Nationalsozialistische Studenten hatten damals die Alte Bibliothek geplündert und mehr als 20 000 Bücher von Hunderten von Schriftstellern in der Mitte des Platzes verbrannt. Zum „undeutschen Schrifttum“ gehörten damals zum Beispiel Werke von Brecht, Kästner, Tucholsky, Heine, Marx und Ossietzky. DJ
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