In der Miniaturwelt Little BIG City wird Berlins Geschichte zum Leben erweckt

Fluchthelfer und Mauerflüchtling: Die reale Geschichte von Burkhart Veigel (links) und Karl-Heinz Richter wird in der Little BIG City Berlin erzählt. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Little Big City Berlin |

Mitte. Im Sommer wird Berlin ganz klein. In der interaktiven Miniaturstadt Little BIG City Berlin, die im Sockelgebäude des Fernsehturms neben dem Menschen Museum eröffnet wird, will der Unterhaltungskonzern Merlin Entertainments Berlins Geschichte neu erzählen.

Burkhart Veigel ist mit 1,82 Meter ein stattlicher Mann. In der neuen Miniaturwelt schrumpft der frühere Fluchthelfer, der mit gefälschten Pässen und einem umgebauten Cadillac mehr als 600 Menschen die Flucht in den Westen ermöglicht hat, auf sieben Zentimeter Größe. Veigel ist einer von zehn lebenden Zeitzeugen, deren spannende Geschichte in der Little BIG City erzählt wird. Auch Karl-Heinz-Richter steht als Minifigur mit Krücken und zwei Gipsbeinen in der neuen Berlin-Show, die vom Kreativteam von Madame Tussauds seit Monaten in den Londoner Werkstätten entwickelt wird. Sein spektakulärer Fluchtversuch 1964, als er am Bahnhof Friedrichstraße auf den Moskau-Paris-Express aufsprang und abstürzte, ist Teil der interaktiven Berlingeschichte. Die einstigen Staatsfeinde der DDR sind stolz darauf, nun als Bewohner der Miniaturwelt im Sockelgebäude des Fernsehturms, im Herzen des untergegangenen DDR-Staates, auf diese Art geehrt zu werden.

Alter Fritz und David Hasselhoff

Insgesamt 5000 Figuren werden in der Miniaturstadt Berlins Geschichte erzählen. Mit dabei sind zum Beispiel der Alte Fritz, Albert Einstein, Marlene Dietrich und sogar David Hasselhoff.

Durch das Format 1:24 ist man auf „Augenhöhe mit den Gebäuden“, wie Anja Nitsch sagt. Die 37-Jährige hat acht Jahre lang das Legoland Discovery Centre geleitet; jetzt ist sie sozusagen die Bürgermeisterin von Little BIG City.

Die Besucher werden auf ihrer einstündigen Reise durch sieben Epochen geführt – von Berlins Gründungszeitalter über die Industrialisierung, Weimarer Republik, Zweiter Weltkrieg, Mauerbau bis zur heutigen Zeit. Die zahlreichen 3D-Modelle sind detailgetreu, alle Figuren handbemalt. Durch spektakuläre Spezialeffekte, versprechen die Merlin-Strategen, kann man zum Beispiel den Reichstagsbrand hautnah erleben oder eine Ahnung von dem Gefühl bekommen, als die alliierten Rosinenbomber über den Köpfen der Westberliner brummten und ihre lebenswichtige Fracht auf die zerstörte Stadt abwarfen. Sogar beim Einreißen der Mauer sollen die Besucher Hand anlegen, und so die „Euphorie der Wiedervereinigung spüren.“.

Mehrere Millionen investiert

Merlin Entertainment investiert mehrere Millionen Euro in das Mini-Berlin auf 1500 Quadratmeter Fläche. Die Little BIG City ist die fünfte Attraktion des Unterhaltungskonzerns in Mitte und soll Auftakt sein für weitere Miniaturstädte auf der ganzen Welt. Die Eintrittspreise sind derzeit nicht bekannt, sollen aber etwas unter den anderen Merlin-Attraktionen wie das Madame Tussauds, Legoland, Dungeons und Sea Life liegen, sagt Anja Nitsch.

Zu Merlin Entertainments gehören insgesamt 116 Attraktionen auf vier Kontinenten. DJ
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