Reinhard Knote kennt die Eberswalder Gruppe von Anfang an

Der ehemalige Produktionsleiter Reinhard Knote hat in seinen 37 Jahren der Betriebszugehörigkeit alle Höhen und Tiefen der Eberswalder Wurst GmbH miterlebt. (Foto: Christian Hahn)

„Es gibt nüscht, was ich nicht esse.“ Wenn Reinhard Knote über seine Lieblingswurst Auskunft geben soll, nimmt er Fahrt auf. Da rutscht dem ehemaligen Produktionsleiter, der sonst die Sätze so formvollendet formuliert, schon mal der Umgangston raus. Und wenn sein Enkel sich bei Eberswalder Wurst bewerben würde, dann „kann ich nur zustimmen“.

Reinhard Knote hat seinen Ruhestand wahrlich verdient. Doch sein Herz schlägt noch immer für die Eberswalder. In jedem Satz schwingt Stolz mit. Stolz auf das, was heute die Eberswalder Wurst GmbH ausmacht: Erstklassiger Geschmack, Qualität und eine Firmenphilosophie, bei der die Mitarbeiter das Herzstück der Produktion sind. Wie kaum ein Zweiter kennt er die wechselvolle Geschichte, des ehemaligen DDR-Betriebes.

1977 – er war gerade 28 und Meister der Kochwurstabteilung in Thüringen – als er den Auftrag bekam, beim Aufbau des Schlacht- und Verarbeitungskombinates Eberswalde (SVKE) mitzuwirken. Er hat die Zeit miterlebt, als die ersten Schweine und Rinder in die neuen Ställe einzogen. Er war dabei, als wesentliche Maschinen und Produktionsanlagen aus der ehemaligen BRD in den kleinen ostdeutschen Ort geliefert wurden. „Das war alles neu und so ganz anders, als wir es bisher gewohnt waren. Eine Aufschnittmaschine kannten wir gar nicht“, erinnert er sich. Der damals größte Fleischverarbeitungsbetrieb Europas beschäftigte ca. 3000 Menschen auf dem 65 Hektar großen Betriebsgelände. Eine stattliche Größe.

Vom Vorarbeiter zum Produktionsleiter

Eingearbeitet hat sich Reinhard Knote schnell. Genauso schnell wie er Verantwortung übernommen hat: Vorarbeiter, Abteilungsleiter, Industriemeister… bis zum Chef der Produktion hat er es gebracht. Doch zunächst mussten die Berliner, in der damals noch geteilten Stadt versorgt werden. „Das war oft harte Arbeit.“ Nicht selten wurden drei, vier, fünf Sonderschichten eingelegt und die Produktion immer weiter gesteigert. Er spricht auch von der Teambildung. „Mir war es wichtig, dass man mit Lust und Liebe, die Arbeit verrichtet.“ Auch wenn Maschinen einen großen Teil der Arbeit erledigen, so lässt sich eine gute Wurst nicht ohne geschickte handwerkliche Fähigkeiten und die Liebe zum Beruf herstellen. Das war früher so und das gilt noch heute für die Eberswalder. Hier wird Hand in Hand gearbeitet.

Dann kam die Wende „und keiner wollte mehr unsere Wurst essen.“ Bis zur Unternehmensinsolvenz führte der Weg immer nur bergab. „Die eigene Schlachtung musste aufgegeben werden, keiner wusste, was kommt“, berichtet Reinhard Knote, dem man anmerkt, wie schwer die Zeit für ihn gewesen sein muss. Hunderte Arbeiter standen perspektivlos an Maschinen, die nicht mehr modernem westlichen Standard entsprachen. Erst als der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Eckhard Krone gemeinsam mit seiner Familie sich für den Erhalt der Produktionsstätte und den Fortbestand der Arbeitsplätze kämpfte, ging es bergauf. „Die jetzige Belegschaft hat eine gute Leitung“, sagt Reinhard Knote.

Das müsste er nicht sagen, denn er ist längst Rentner. Trotzdem ist ihm das wichtig: „Auf sie lasse ich nichts kommen. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter und kümmern sich um den Erhalt der Arbeitsplätze.“ Inzwischen ist das Unternehmen zum größten Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren in Brandenburg gewachsen.

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