Vattenfall ruft Anwohner an die Spaten: Energiekonzern eröffnet zweites Gartenprojekt

Im neuen Gemeinschaftsgarten am Heizkraftwerk Mitte ist noch viel zu bestellen. Julia Klausch (links) und Alisa-Dorin Schmitz vom Vattenfall-Gartenteam laden die Nachbarn ein, mitzugrubbern. (Foto: Dirk Jericho)
 
Vattenfall-Praktikantin Ann-Kathrin Kornemann gießt die Osterglocken. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Heizkraftwerk Mitte |

Mitte. Bis du gut im Beet? – und unter der Frage ein in Herzform gelegter Gartenschlauch: Mit diesem Motiv wirbt der Energiekonzern Vattenfall für seine grüne Image-Kampagne „Pflanz was!“.

Urban Gardening, das Gärtnern auf innerstädtischen Brachen und Freiflächen, ist immer mehr im Kommen. Vattenfall springt auf den grünen Zug auf und schenkt den Berlinern bereits den zweiten Nachbarschaftsgarten.

Vor den Schornsteinen der Heizfabrik an der Köpenicker Straße 60 Ecke Michaelkirchstraße stehen die ersten Hochbeete und Pflanzkisten. Kinder haben zur Eröffnung des zweiten Vattenfall-Kiezgartens am 1. April Blumen in Gummistiefel gepflanzt. Die einstige Brache vor dem Heizkraftwerk wird in den kommenden Wochen ein buntes Gartenparadies. Jeder, der Lust zu grubbern, harken, pflanzen und gießen hat, ist herzlich willkommen. Basilikum, Bärlauch, Tomaten, Erdbeeren und vieles mehr: Samen und Pflanzen bekommen die Stadtgärtner vom Vattenfall-Gartenteam. „Man kann auch eigene Pflanzen mitbringen“, sagt Projektleiterin Alisa-Dorin Schmitz. Im Prinzip ist aber alles vorhanden, was ein Gärtnerherz begehrt – von den Pflanzen und Gartengeräten bis hin zu professioneller Hilfe. Während der Öffnungszeiten ist immer jemand da, der Ahnung hat und aufpasst, dass nicht alles völlig chaotisch gepflanzt wird. Sogar einen richtigen Gärtner schickt Vattenfall zu den Anwohnerbeeten. Lutz Lüders ist langjähriger Betriebsgärtner beim Stromkonzern und steht seit Eröffnung des ersten Vattenfall-Gemeinschaftsgartens an der Neuen Grünstraße auch interessierten Hobbygärtnern im grünen Kraftwerksgarten mit Rat und Tat zur Seite.

In den kommenden Monaten soll es auf dem 1500 Quadratmeter großen Gelände Pflanzworkshops geben. Dazu kooperiert Vattenfall mit dem Verein „Städte ohne Hunger“. Vattenfall hat zudem die Spreegärtner Marc & Thomas engagiert, die in einer eigens für die „Pflanz was!“-Offensive produzierten Serie auf Youtube Garten- und Pflanztipps geben.

Vattenfall-Sprecherin Julia Klausch ist fest davon überzeugt, dass auch einige der 100 Angestellten im Heizkraftwerk Mitte die grüne Oase auf dem Firmengelände nutzen und zum Beispiel ihre Mittagspause im Gartenparadies genießen. Richtig schön werde es in den Liegestühlen beim gemeinschaftlichen Vernaschen der Ernte oder auch beim Arbeitseinsatz, wenn der Graham-Pavillon wieder plätschert.

Die Brunnenskulptur des New Yorker Künstler Dan Graham wurde Mitte der 1990er-Jahre als „Kunst am Bau“-Projekt eigens für das Kraftwerksgelände errichtet. Die Brunnenanlage ist jedoch immer wieder durch Vandalismus zerstört worden. Jetzt hat Vattenfall das Gelände für den Kiezgarten eingezäunt und lässt den Graham-Pavillon wieder instandsetzen. Der Zaun soll auch die Anwohnerbeete schützen und verhindern, dass Besucher des benachbarten Tresor-Technoclubs über die Pflanzkisten stolpern oder nächtliche Tomatenparties feiern.

Der Gemeinschaftsgarten an der Köpenicker Straße ist das zweite Urban-Gardening-Projekt von Vattenfall. Der im vergangenen Jahr eröffnete Garten in der Neuen Grünstraße 13-14 sei ein großer Renner. An den Wochenenden seien manchmal bis zu 60 Leute da, sagt Julia Klausch. Insgesamt wurden seit Eröffnung im Juni bis September rund 1400 Besucher gezählt. Weitere Kiezgärten sollen folgen; zum Beispiel ist einer am Kraftwerk Klingenberg in Planung. DJ

Öffnungszeiten für den Garten an der Neuen Grünstraße: Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, am Wochenende von 12 bis 18 Uhr. Montag ist Gartenpause. Der Kiezgarten am Heizkraftwerk Mitte hat dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen im Internet unter pflanz-was.vattenfall.de.
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