Hat der Regen Schuld?: Schimmelbildung während Hausmodernisierung

Moabit. Im Sommer erlebten die Bewohner in der Quitzow- und Havelberger Straße eine alptraumartige Modernisierung ihres Wohnhauses. Es regnete von der Zimmerdecke, Bauschutt wurde achtlos in den Hof geworfen, in Wänden gähnten ungesicherte Löcher.

Die Bewohner schrieben einen Brandbrief an das Bezirksamt. Die Bauaufsicht begutachtete daraufhin 15 Wohnungen in dem Eckhaus in der Havelberger Straße 16/16a und Quitzowstraße 120. In fast allen Fällen stellte sie Schäden durch Feuchtigkeit fest. Fenster klemmten, der Stuck zeigte Risse, Schimmel wuchs.

Laut Bauaufsicht sind die Schäden entstanden, weil der provisorische Schutz beim Ausbau des Dachgeschosses dem „Jahrhundertregen“ nicht standgehalten hat. Ein Gesundheitsrisiko sieht die Bauaufsicht nicht gegeben, wenn die Schäden durch Feuchtigkeit beseitigt werden.

Das mit dem Jahrhundertregen sei Unsinn und solle wohl dazu dienen, Schadensersatzansprüche leichter abzuwehren, sagt Uwe K. In seiner Wohnung im vierten Stock sei bereits im Februar Wasser eingedrungen. „Besonders ärgerlich ist“, so K., „dass die Bauaufsicht ebenfalls von einem Jahrhundertregen spricht, also höhere Gewalt vermutet und von einem einmaligen Ereignis ausgehen will.“

Zudem weist K. darauf hin, dass die Schäden nicht beseitigt werden. Der Schimmel blüht nach wie vor. Wände und Decken seien nur überstrichen worden. Am 14. Oktober habe es erneut einen Wassereinbruch gegeben.

Wie Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) mitteilt, habe die Hausverwaltung unverzüglich Firmen beauftragt, den Umfang der Schäden festzustellen und zu beseitigen, und die Wohnaufsicht detailliert über alle Maßnahmen informiert. Zudem seien alle betroffenen Mieter benachrichtigt worden. Termine für Reparaturen würden mit ihnen direkt abgestimmt. Nach und nach würden Trockner in den Wohnungen aufgestellt.

Die von der Bauaufsicht seinerzeit festgestellten Schäden seien mittlerweile behoben worden. Das habe eine Nachkontrolle am 27. September ergeben. „Die am 9. August festgestellten Unfallgefahren waren bereits am 8. September beseitigt“, betont Gothe. KEN
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