Im Frühjahr 2015 ziehen die Mieter ins Humboldt-Hafen-Eins

Im nächsten Frühjahr wird am Alexanderufer das Humboldt-Hafen-Eins, Berlins "grünstes" Bürogebäude, bezogen. (Foto: KEN)

Moabit. Die Straße ist schon seit 2008 da und war lange Zeit als "Schwarzbau" und "überflüssig" verschrien. Das Alexanderufer verbindet Kapelle-Ufer und Invalidenstraße. Im kommenden Frühjahr wird hier Einzug gefeiert. Das niederländische Unternehmen OVG Real Estate hat für 100 Millionen Euro sein erstes Büro- und Geschäftshaus in Deutschland errichtet: das Humboldt-Hafen-Eins.

Doch zunächst wurde am 18. September Richtfest für das Gebäude in Mäanderform gefeiert, dessen 30 000 Quadratmeter über sieben Stockwerke direkt an der Spree liegen. Errichtet hat es die Bilfinger Hochbau. Hauptmieter des, im Frühjahr 2013 an zwei Pensionsgesellschaften verkauften, Geschäftshauses sind die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers und das pharmazeutische Unternehmen Sanofi Pasteur MSD, ein Zusammenschluss von Sanofi Pasteur und der US-amerikanischen Merck.

Die Wirtschaftsprüfer beziehen 24 400 Quadratmeter Bürofläche und haben 260 der 300 Tiefgaragenplätze angemietet. 780 Berliner Mitarbeiter werden ab kommendem Jahr hier tätig sein. 2300 Quadratmeter hat das Pharmaunternehmen langfristig angemietet. Es wird im Sommer 2015 seine bisherige Zentrale in Baden-Württemberg an den Berliner Humboldthafen verlegen.

Aber auch die Berliner werden etwas von dem neuen Bau haben. Der Projektentwickler hat eine öffentliche Uferpromenade vorgesehen. Unter den Arkaden von Humboldt-Hafen-Eins kann man zu Mittags- und Kaffeepausen einkehren.

Was aber Coen van Oostrom, geschäftsführender Gesellschafter der OVG, besonders hervorhebt, ist, dass sein Geschäftshaus Berlins "grünstes Bürogebäude" sei. Bestätigt hat das in einem Vorzertifikat in Gold die "Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen" (DGNB). Aufgabe der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation ist es, Wege und Lösungen für verantwortungsbewusstes, Ressourcen schonendes, ökologisches Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken zu entwickeln und zu fördern. Humboldt-Hafen-Eins erreichte dieses Ziel zu 86,8 Prozent.

Was technisch-abstrakt klingt, heißt unter anderem konkret: Es wird für die Fassade ein besonderer Beton verwendet. Die Verglasung ist dreifach. Das Gebäude nach einem Entwurf des Büros KSP Jürgen Engel Architekten besitzt ein integriertes Blockheizkraftwerk, Lüftungsanlagen mit 75-prozentiger Wärmerückgewinnung, einen speziellen Blend- und Sonnenschutz, eine natürliche Belüftung der Büros, eine intelligente Temperatursteuerung und Barrierefreiheit. "Technologisch kann man soviel machen", betont Coen van Oostrom.

Die Innovationsfreude der Niederländer freut auch das Land Berlin. Die Geschäftsführerin der Berlin Partner GmbH, Melanie Bähr, sagt: "Das Humboldt-Hafen-Eins trägt durch sein Konzept zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Berlin bei und ist eine echte Bereicherung der Bürogebäudelandschaft der Hauptstadt."


Karen Noetzel / KEN
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