Keine neue Quartiersleuchte, keine Umrüstung der Gaslaternen auf LED

Von den vorgestellten modernen Straßenlaternen erhielt das Modell Lucento die meisten Stimmen. Eine Mehrheit der Anwohner aber will die historischen Gasleuchten behalten. (Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt)

Moabit. Es bleibt alles, wie es ist im Beusselkiez. Die Bürgerbefragung zu einer neuen Quartiersleuchte brachte offenbar nicht das von der Senatsverwaltung gewünschte Ergebnis.

Der Senat hatte im Winter im bereits elektrifizierten Abschnitt der Waldstraße zwischen Turm- und Wiclefstraße eine Beleuchtungsmusterstrecke eingerichtet. Die Anwohner waren aufgerufen, ihren Favoriten unter den montierten sieben verschiedene LED-Leuchten zu benennen.

Anlass des Projekts waren ein Warnruf des Präventionsbeauftragten des zuständigen Polizeiabschnitts Anfang 2015, wonach Eigentumsdelikte, etwa Autoaufbrüche, zunähmen. Aus der Bevölkerung waren Beschwerden über eine zu schlechte Ausleuchtung der Straßen laut geworden.

Im Beusselkiez stehen noch überwiegend die klassischen Gasaufsatzleuchten, an den Kreuzungen Gashängeleuchten. Nach Meinung der Fachleute in der Senatsverwaltung bewirke das vom Land großflächig geplante Umrüsten auf Gasleuchten-Nachbauten mit LED keine bessere Ausleuchtung.

Doch genau in diese Richtung ging das Votum der Anwohner. Wie es der vor kurzem vorgelegte Abschlussbericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zur Bürgerbeteiligung an der LED-Musterstrecke Waldstraße zeigt, waren 150 der insgesamt 428 abgegebenen Stimmen für den Erhalt der Gasleuchten, entweder im Original oder als Nachbau mit LED-Beleuchtung. Von den vorgestellten modernen Leuchten erhielt das Modell Lucento mit 138 Stimmen den weitaus größten Zuspruch.

Der Bürgerwille muss umgesetzt werden

„Der Senat hat zugesagt, den Bürgerwillen umzusetzen“, sagt Frank Bertermann, grüner Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses: „Die Leute wollen nichts von dem, was die Senatsverwaltung hingestellt hat, allenfalls LED-Leuchtmittel in den bestehenden historischen Straßenlaternen.“

Die Senatsverwaltung aber legt jetzt alles erst einmal auf Eis. „Für eine Umrüstung in der von den Bürgern favorisierten Form stehen die erforderlichen Haushaltsmittel derzeit nicht zur Verfügung“, steht im Abschlussbericht.

Aus diesem Grund hat sich auch ein in der BVV angenommener Antrag erledigt. Die SPD-Fraktion will die Gaslaternen rund um die Arminiusmarkthalle erhalten oder allenfalls die Gasleuchten durch LED-Imitate ersetzen. KEN
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