Neue Uferwand am Wikingerufer: Baustelle wird gesichert

Die Ufermauer am Wikingerufer wird auf einer Länge von 400 Metern erneuert. (Foto: KEN)
 
Wikingerufer mit der überall ausgehängten Einladung zur Informationsveranstaltung. (Foto: KEN)
Berlin: Wikingerufer |

Moabit. In einer zweiten Informationsveranstaltung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in der Erlöserkirche sind weitere Details zum geplanten Neubau der Uferwand am Wikingerufer bekannt geworden.

„Wir denken, dass es demnächst losgehen wird“, sagte Projektleiter Daniel Schimanowski. Gemeint ist damit aber nicht der eigentliche Bau der neuen Ufermauer, sondern es sind erst einmal komplexe Sicherungsmaßnahmen notwendig, um die alte Wand abzureißen und die neue zu bauen. Diese erste Baumaßnahme mit Spundwand und „Verfüllungen“ auf einer Länge von 400 Metern zwischen der Gotzkowskybrücke und der Wullenweberstraße erfolgt bis Mai 2018. Der Bau der neuen Wand aus Stahlbeton mit vorgeblendeter, denkmalgerechter Mauerverkleidung ist von Ende 2018 bis Ende 2020 vorgesehen.

Zunächst wird die Baustelle eingerichtet. Baucontainer sind aufzustellen, ein Lagerplatz für das Material einzurichten. Platz dafür gibt es nur auf dem Kirchenvorplatz. Die Bäume am Ort werden geschützt, Sträucher und Gestrüpp gerodet. Für Material, das über eine längere Zeit zu lagern ist, gibt es einen Lagerplatz im angrenzenden Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Baustellenverkehr soll möglichst über die Spree erfolgen. Der Beton wird über die Straße angeliefert. Dafür wird das Wikingerufer zeitweilig und abschnittsweise zum Teil gesperrt.

Der Bau der neuen Uferwand wird Lärm verursachen. Besonders laut werde es beim Abriss der alten Mauer und bei den Bohrarbeiten für die neue, so Schimanowski. Auf die gesetzlichen Vorgaben werde geachtet, so der Projektleiter. Das betreffe auch die Arbeitszeit montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. „Eventuell wird auch sonnabends gearbeitet.“

Nachdem für die anstehende Baumaßnahme im Februar die erste Baumreihe mit 32 Bäumen gefällt werden musste, will die Senatsverwaltung nun besondere Sorgfalt auf den Schutz der zweiten Baumreihe verwenden. Wie Marion Weber vom Landschaftsplanungs- und Landschaftsarchitekturbüro Planland erläuterte, erhalten die verbliebenen 23 Bäume – Spitzahorn, Eschen, Platanen und Eschenahorn – für die Bauzeit und darüber hinaus aufwendige, sogenannte Wurzelvorhänge. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes kontrollieren täglich den Zustand der Bäume. Für spätere Pflanzungen in den Lücken der zweiten Baumreihe schlägt Marion Weber Ulmen vor. Sie seien widerstandsfähig, langlebig und hätten außerdem eine schöne Krone.

Dem Bauvorhaben, das jetzt anläuft, sind umfangreiche Voruntersuchungen vorausgegangen. Denn trotz erwartbarer Erschütterungen beim Bauen – ein großes, 100 Tonnen schweres Bohrgerät kommt zum Einsatz – dürfen weder an der Kirche, an den umliegenden Gebäuden, noch an der Gotzkowskybrücke oder an den im Boden verlaufenden Versorgungsleitungen Risse entstehen, so Experte Oliver Loebnitz vom Architektur- und Ingenieurbüro Inros Lackner.

Die Mitarbeiter von Inros Lackner erkundeten die Beschaffenheit des Bodens, die Gründung der Bauwerke in der Nachbarschaft der künftigen Baustelle und ihren tatsächlichen Zustand. Schäden wurden keine festgestellt, dann und wann aber einige Risse im Mauerwerk und „Setzungen“ im Kellerboden.

Das insgesamt 20 Millionen Euro teure Uferwandprojekt schließt den Bau einer Plattform am südlichen Ende des Wikingerufers ein, so Jürgen Rutke von der Abteilung Tiefbau in der Senatsverkehrsverwaltung. Die Plattform soll einmal einen barrierefreien Zugang zum Wasser und das Anlegen von Schiffen ermöglichen. Der Zugang zur Plattform sei aber nicht Teil der aktuellen Planung, sagte Rutke. Dafür sei das Bezirksamt Mitte zuständig. Es wollte dazu noch Stellung nehmen. KEN

Weitere Informationen zum Bauvorhanden unter www.berlin.de/wasserbau.
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