Abteilung Biotechnik bildet seit Jahren erfolgreich aus

Moabit. Sebastian Marx bestimmt gerade den organischen Verschmutzungsgrad einer Wasserprobe. Im analysetechnischen Labor der Staatlichen Technikerschule herrscht eine angenehme Atmosphäre. Jeder Student hat seinen eigenen Arbeitsplatz. Davon können Studierende an Fachhochschulen und Universitäten zumeist nur träumen.

Der junge Berliner Sebastian Marx studiert in der Abteilung 3 der Technikerschule, der Abteilung für Bio- und Umweltschutztechnik. Diese Abteilung ist neben Elektrotechnik und Maschinenbau eine von drei Sparten an der vom Land Berlin getragenen Schule in der Bochumer Straße 8b, dem ehemaligen Abendschulzweig der Beuth Hochschule. Seit 1963 bildet die Staatliche Technikerschule Berlin unter der Gesamtleitung von Stefan Platzek mit derzeit 90 Dozenten Facharbeiter mit Berufspraxis oder Studienabbrecher im Vollzeit- oder Teilzeitstudium zum staatlich geprüften Techniker oder Betriebswirt weiter. Den biotechnischen Zweig gibt es seit acht Jahren. Und selbst nach fast einem Jahrzehnt seien sie noch viel zu unbekannt, stellt Abteilungsleiter Wolfram Paselk fest. Von den gut 1000 jungen Leuten, die derzeit an der Staatlichen Technikerschule studieren, gehören gerade einmal 75 der Abteilung Bio- und Umweltschutztechnik an. Zwölf Dozenten unterrichten sie. "Wir könnten 50 Prozent mehr Studenten aufnehmen", sagt der promovierte Ingenieur für Chemie und Analysetechnik, Peter Wanner.

Die Klassen sind klein. Das weiß auch Saskia Lehmann zu schätzen. "Wir sind 14." Saskia Lehmann ist ausgebildete biologisch-chemisch-technische Assistentin und hat anderthalb Jahre in einem Dienstleistungslabor gearbeitet. "Das hat mich gelangweilt", sagt die junge Frau. Ihr Vollzeitstudium an der Technikerschule will sie im kommenden Januar erfolgreich abschließen. Gerade klont sie im bestens ausgestatteten Biochemielabor der Schule Bakterien für ihre Abschlussarbeit. Die Lernbedingungen seien optimal und die Stimmung sehr freundschaftlich und angenehm, schwärmt Saskia Lehmann.

Leute wie Saskia Lehmann oder Sebastian Marx, der sein Studium an der Technischen Universität hingeworfen hat, weil ihm dort alles zu theoretisch war, und seine Ausbildung in Moabit ein Jahr nach Saskia beenden möchte, sind sehr gefragt in der Wirtschaft. Saskia Lehmann wird wohl eine Anstellung an dem Bundesinstitut finden, an dem sie gerade auch ihr zwölfwöchiges Praktikum absolviert.

"Absolventen der Biotechnik im Vollzeitstudium finden in Berlin oder Brandenburg innerhalb von drei Jahren zu 100 Prozent einen angemessenen Arbeitsplatz", merkt Dozent Peter Wanner an. Diejenigen, die neben ihrem Beruf in Teilzeit studieren, würden schon während des Studiums im Betrieb aufsteigen und seien nach ihrem Studienabschluss in Diagnostikzentren, Krankenhäusern und Forschungsinstituten sehr gefragt. Dort besäßen sie häufig einen mit einem Master oder Ingenieur vergleichbaren Status.

Weitere Informationen zur Staatlichen Technikerschule Berlin und der Abteilung Bio- und Umweltschutztechnik gibt es bei Wolfram Paselk unter 39 00 06 23. Die Abteilung können Interessierte vor Ort beim Tag der offenen Tür am 13. Januar von 16 bis 19 Uhr näher kennenlernen. Weitere Infos im Internet auf www.technikerschule-berlin.de.

Karen Noetzel / KEN
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