Polizisten erschießen Flüchtling: Beamte verhindern Messerangriff auf mutmaßlichen Vergewaltiger

Berlin: Fritz-Schloß-Park |

Moabit. Drama in der Flüchtlingsunterkunft Kruppstraße. Nachdem Polizisten am 27. September abends zu der Traglufthalle im Fritz-Schloss-Park am Poststadion wegen sexuellem Missbrauchs alarmiert wurden, kam es zu dem tödlichen Zwischenfall.

Die Polizisten hatten gegen 20.30 Uhr einen 27-jährigen, mutmaßlichen Vergewaltiger festgenommen, gefesselt und zum Polizeifahrzeug gebracht. Als der pakistanische Bewohner im Auto saß, stürmte laut Staatsanwaltschaft ein 29-jähriger Mann mit einem Messer in der Hand aus der Unterkunft auf den Mann im Fahrzeug zu. Bei dem Angreifer soll es sich um den Vater eines sechsjährigen Mädchens handeln, das der Festgenommene sexuell missbraucht haben soll. Weil der Angreifer laut Polizei mehrfache Aufforderungen zum Stehenbleiben ignorierte, schossen mehrere Polizisten auf den Asylbewerber. Von mehreren Kugeln getroffen sackte der Angreifer zusammen. Kurze Zeit später erlag er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Eine Mordkommission hat wie bei Schusswaffengebrauch üblich die Ermittlungen zum genauen Hergang übernommen. Kripoexperten vom Kommissariat für Sexualdelikte gehen dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs nach. Laut Medienberichten soll der 27-Jährige das Kind am selben Abend in einen Park gelockt und sich an ihm sexuell vergangen haben.

Kontrovers diskutiert

Berliner Polizisten hatten zuletzt im März nach einer Verfolgungsjagd einer Diebesbande in Lichtenberg einen Verdächtigen im Auto erschossen. Ein Zivilfahnder tötete den Fahrer. Für Schlagzeilen sorgte im Juni 2013 auch ein Polizeieinsatz, bei dem ein psychisch kranker Mann von einem Polizisten erschossen wurde. Der Mann saß nackt im Neptunbrunnen, verletzte sich mit einem Messer selbst und lief schließlich mit dem Messer auf einen Beamten zu. Der gab daraufhin den tödlichen Schuss ab. Dieser Fall wurde monatelang bundesweit diskutiert. Der Polizist hätte den Kranken nicht töten müssen, sondern anders überwältigen können, so die gängige Meinung. Der Beamte wurde nicht bestraft; ein Gericht wertete den Schuss als Notwehr. DJ
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