Das Brüder-Grimm-Haus auf dem Weg zum Zentrum für Bildung und Kultur

In der veranstalteten Werkstatt für ein lebendiges Zentrum für Kultur und Bildung fehlte es nicht an Ideen. (Foto: KEN)
Berlin: Brüder Grimm Haus |

Moabit. Das Brüder-Grimm-Haus in der Turmstraße 75 soll sich in den kommenden Jahren zu einem Zentrum für Bildung und Kultur wandeln, das sich stärker dem Stadtteil öffnet, so das amibitonierte Vorhaben des Bezirks Mitte.

Die Verantwortlichen wollen die Umgestaltung mittels Umbau und mit einem neuen Nutzungskonzept erreichen. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Bund-Länder-Programms „Aktive Zentren“ (AZ). Ein Schwerpunkt bei diesem Vorhaben liegt auf der Bürgerbeteiligung. Dafür kann sich neben den Nutzern im Haus, unter anderem das Berlin Kolleg, die Galerie Nord, die Volkshochschule, die Fanny-Hensel-Musikschule oder der Verein Lesewelt, auch die Bevölkerung mit Vorschlägen einbringen.

Ein erster Schritt ist nun getan. Am 16. April veranstalteten das Büro „die baupiloten“ der Architektin und Professorin Susanne Hofmann gemeinsam mit der interdisziplinären Stadtentwicklungsgesellschaft „Stattbau“ für Interessierte im Brüder-Grimm-Haus eine fünfstündige Zukunftswerkstatt. Der Output sei ziemlich groß, so eine der Veranstaltungsmoderatorinnen. Damit könne gut weiter gearbeitet werden. In vier Workshops innerhalb der Zukunftswerkstatt wurden denkbare Logos für das Brüder-Grimm-Haus kreiert, „atmosphärische Postkarten zur Adressbildung des Hauses collagiert“, für einen Standort im Kiez mit hohem Anspruch, doch noch ohne gewünschte Außenwirkung.

In einem „Visionenspiel“ loteten die Teilnehmer mögliche Kooperationen der im Haus untergebrachten Einrichtungen sowie Möglichkeiten für weitere, durchaus auch ganz spontane Angebote für die Bevölkerung aus. Ein weiterer Workshop stand unter dem Motto „Bau deine Kommunikationsinsel“. Es ging um die Frage, wie der unzeitgemäße und unattraktive Eingangsbereich umgestaltet werden kann zu einem Foyer, zu einer „Halle für alle“ oder einer „inneren Agora“. Dazu bauten die Teilnehmer Modelle aus Papier. Die Vorstellungen reichten von einem Eingangsbereich, wo Besucher Informationen über das Haus erhalten und einen Blick „auf das pralle Leben im Haus“ werfen können, über den eines Aufenthaltsraumes, der wie eine Lounge angelegt ist, bis hin zu einem Raum zum „legeren Lernen“ unter einer Lichtkuppel und mit Kinderbetreuung. Bereits 2012 konnten mit AZ-Mitteln Schäden am Dach und an der Fassade behoben werden. 2014 beauftragte der Bezirk den Professor an der Humboldt-Universität Bernd Käpplinger mit einer Bestands- und Bedarfsanalye (www.turmstrasse.de). Sie dient als Grundlage für alle weiteren Projektschritte. Bis zum Jahresende sollen das neue Nutzungskonzept und Entwürfe für die damit einhergehende bauliche Umgestaltung stehen.

Käpplinger stellte fest, dass es viele verschachtelte Flure, riesige ungenutzte Kohlekeller und schwer auffindbare Ein- und Aufgänge gebe. Es fehlten ein Foyer und ein gemeinsamer Internetauftritt des Hauses. „Auch der schöne große Hof könnte als grüne Oase ein Ruhe-Kontrast zur turbulenten Turmstraße sein“, so Bernd Käpplinger.

Am 13. September von 17 bis 20 Uhr tagt der Projektbeirat öffentlich im Brüder-Grimm-Haus. Er besteht aus Vertretern der zuständigen Behörden, der im Haus ansässigen Einrichtungen, des Quartiersrats und der Stadtteilvertretung Turmstraße. Der Beirat, der die Entwicklung des neuen Konzepts steuert und begleitet, wird die neuen „Szenarien“ für das Haus testen.

Am 19. November schließlich ist Tag der offenen Tür von 10 bis 15 Uhr. Die erarbeiteten Entwürfe werden vor Ort präsentiert. KEN
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