Junge Moabiter wollen Schokolade und Kunst vereinen

Clemens Seitner und Daniela Hense aus Moabit wollen Süßes und Literarisches zusammenführen. Dabei helfen die Maskottchen Marcel und Tiger. (Foto: KEN)

Moabit. Daniela Hense liebt einfach Schokolade. Auf der Suche nach den besten Sorten hat sie zehn Kilogramm Gewichtszunahme gerne in Kauf genommen. Jetzt will sich die "Chocoholic" mit einer zartschmelzenden Geschäftsidee selbstständig machen.

Ihre Passion ist hochwertige Schokolade kleinerer Manufakturen. Großes Vorbild der gelernten Köchin, Erzieherin und Figurenspielerin ist "Bitter & Zart" in Frankfurt am Main. In der Chocolaterie mit angeschlossenem Kaffeehaus verwöhnt man mit allem, was ein süßes Herz begehrt.

Es gehe um Genuss und Verführung, erklärt Daniela Hense, die Schokolade zur Philosophie gemacht und auf die Bühne gebracht hat. Die Schokoladen-Expertin spielt seit 2007 ihr Stück "Schokolade - ein Theaterstück zum Genießen". Schon mehr als 150 Vorstellungen gab es in ganz Deutschland.

Im September vergangenen Jahres entschied sich die Wahl-Stuttgarterin gemeinsam mit Clemens Seitner zur Rückkehr in ihre Heimatstadt Berlin, um aus ihrer Leidenschaft eine Geschäftsidee zu machen. Von Moabit aus bereiten beide ein Geschäft unter dem Namen "Fräulein Schneefeld & Herr Hund" vor. Auch Heises Partner ist vorbelastet. Der studierte Germanist und Philosoph, der 16 Jahre für ein Logistikunternehmen nach Stempeluhr tätig war, liebt erlesene französische Schokolade. Die geradezu philosophische Geschäftsidee: viele Künste unter einem Dach, Entdeckungs-Einzelhandel mit Kulinarik, Theater, Kleinkunst und Literatur. "Wir treten nicht an, die Welt zu verbessern", sagen Daniela Hense und Clemens Seitner. Aber ein wenig geschmackvoller darf sie schon werden. Den beiden Jungunternehmern schwebt stressfreier Einkauf in fantasievollem Ambiente vor, bei dem die freie Wahl beim Kunden bleibt. Ihr Traum: ein kleines Geschäft im Kiez, dessen Regale mit ihren sprudelnden Ideen gefüllt werden: Schokolade der Extraklasse in einem "Tresor", eine Kinder-Pralinen-Theke, an der es "echte Schokolade statt Süßkram" gibt, Pralinen mit Brausepulver, die im Mund "explodieren", ein "Weltregal" mit Themenmonat, beispielsweise Schokolade aus Litauen, dazu die passende Literatur.

Überhaupt die Bücher. Bei Clemens Seitner wird es keine Taschenbücher und keine übliche Sortierung geben. Dafür soll es einen "Marcel-Proust-Schrein" und ein feines kleines Sortiment schöngeistiger und aufwendig illustrierter Bücher, kulinarischer Ratgeber und Graphic Novels geben - das Buch als Kunstobjekt eben, zum Lesen bei heißer Schokolade oder Kaffee am Mini-Ausschank.

Daniela Hense und Clemens Seitner sind mit ihrem Projekt auf einem guten Weg. "Berlin ist doch die Stadt der Startups", meint Seitner. Ein Crowdfunding - also die Aktivierung von Kapitalgebern via Internet - haben die beiden erfolgreich abgeschlossen. Umfassende Kenntnisse zur Existenzgründung haben sie sich in Seminaren erworben. Fehlt nur noch der geeignete Laden. "Weihnachten 2015 will ich Berlin gerne mit Schokolade versorgen", sagt Daniela Hense.

Mehr erfährt man auch über den E-Mail-Kontakt schneefeld.hund@gmx.de.

Karen Noetzel / KEN
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