Finanzierung des Denkmals für Magnus Hirschfeld ist jetzt gesichert

Moabit. Mit dreijähriger Verspätung wird der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg ein Denkmal für den Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld errichten können. Seine Finanzierung ist gesichert.

1897 hatten Hirschfeld und Mitstreiter in Berlin das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK) gegründet. Es war die erste Organisation, die sich gegen die Strafgesetzgebung im Deutschen Reich wendete und die Öffentlichkeit über gleichgeschlechtliche Liebe aufklärte. Das nach einer Idee des Bezirks Mitte vom lesbisch-schwulen Landesverband initiierte Denkmal soll nach den Worten seines Geschäftsführers Jörg Steinert an diese im 19. Jahrhundert entstandene und im Nationalsozialismus zerschlagene erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern. Unterstützer der ersten Stunde waren der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (beide SPD), der ehemalige BDI-Vorsitzende Hans-Olaf Henkel, die Schauspielerin Maren Kroyman, die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, Petra Rosenberg, und Lala Süsskind vom Zentralrat der Juden in Deutschland.

Geplanter Standort für das Denkmal ist der Uferabschnitt an der Spree direkt gegenüber dem Bundeskanzleramt, der 2008 nach dem jüdischen Arzt benannt worden ist. An der Stelle des Kanzleramtes stand bis 1933 Hirschfelds Institut für Sexualkunde.

2010 ging die Spendenkampagne für das Magnus-Hirschfeld-Denkmal an den Start. Eigentlich sollte schon 2012 der erste Spatenstich erfolgen und die Einweihung zum 145. Geburtstag Magnus Hirschfelds am 15. Mai 2013 gefeiert werden. Nun ist es so weit. Dank zahlreicher Spenden und einer Zuwendung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin kann das Denkmal 2016 errichtet werden. Wie das Denkmal einmal aussehen wird, entscheidet sich in einem künstlerischen Wettbewerb. Weitere Orte der Erinnerung an Magnus Hirschfeld sind seit 2011 zwei Gedenktafeln am Spreeufer und eine Stele in der Charlottenburger Otto-Suhr-Allee.


Karen Noetzel / KEN
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