Holzhäuser für Flüchtlinge: BVV fordert bessere Unterbringung

Moabit. Flüchtlinge in Sporthallen, das ist nicht die erste Wahl von Bürgermeister Christian Hanke (SPD) und auch nicht die seiner Partei. Die SPD-Verordneten haben jetzt vorgeschlagen, Asylsuchende in kleinen Unterkünften unterzubringen.

„Derzeit werden im Bezirk vier Sporthallen als Notunterkünfte für Geflüchtete genutzt“, stellt Thorsten Lüthke fest. „Die Unterbringung ist für die Menschen nur schwer zu ertragen und geht zu Lasten des Sports“, sagt der stellvertretende Fraktionschef weiter. Es lassen sich bessere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen, sagt die SPD in einem Antrag, der die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Januar passiert hat. Beschlossen wurde eine Tauglichkeitsprüfung für zwei Grundstücke in Moabit, auf denen Wohnunterkünfte aus Holz in Modulbauweise entstehen könnten: das Grundstück in der Siemensstraße, auf dem sich der Revierstützpunkt des Grünflächenamtes befindet, und ein Grundstück, das erst durch den Neubau der Ellen-Epstein-Straße Eigentum des Bezirks geworden ist. Unter diesem Areal verläuft die U-Bahn.

„Wir wollen geflüchtete Menschen nicht in andere Kieze schicken, sondern sie bei uns im Ortsteil Moabit behalten – und sie besser unterbringen“, begründet Lüthke den Antrag. Auf Anregung der anderen in der BVV vertretenen Fraktionen wird das Prüfungsergebnis im Hauptausschuss diskutiert, bevor eventuell die Holzhäuser für Flüchtlinge errichtet werden.

Das Wohnprojekt beschränkt sich nicht allein auf die Gruppe der Flüchtlinge. Für die Bezirksverordneten ist durchaus denkbar, die Modulhäuser auch für die Unterbringung von Obdachlosen zu verwenden. Das sei die Reaktion der BVV auf Geschäftemacher, die sozial Schwache gegen Flüchtlinge ausspielen wollten, sagt Thorsten Lüthke. Eine erste Flüchtlingsunterkunft aus Holz ist für zwei Millionen Euro am Hunsrück-Flughafen Hahn fertiggestellt worden. Das Pilotprojekt bietet auf 1400 Quadratmetern Fläche 48 Wohnungen mit je vier Betten. KEN
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