Potenzielle Wowereit-Nachfolger zu Gast in Moabit

Moabit. Thorsten Lüthke, Bezirksverordneter und Chef der SPD Moabit-Nord, wird nicht müde zu betonen, dass die drei Kandidaten für die Nachfolge Klaus Wowereits im Amt des Regierenden Bürgermeisters schon vor langer Zeit als Gesprächspartner zum Thema "Die Zukunft unserer Stadt" eingeladen worden seien.

Doch unversehens wurden die drei anberaumten Veranstaltungen im Kiez zum Schaulaufen des SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß, des SPD-Fraktionschefs im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, und von Bausenator Michael Müller. Stöß am 24. September in der Aula des Berlin-Kollegs, Raed Saleh am 29. September im Rathaus Tiergarten und Michael Müller am 2. Oktober in der Arminiusmarkthalle. Die drei erhielten die Gelegenheit, ihre Ideen für die Metropole kundzutun.

Während der 37 Jahre alte Saleh Berlins Haushalt konsolidieren will, plant Stöß ein "Zukunftsinvestitionsprogramm" im Umfang von einer Milliarde Euro für eine bessere öffentliche Infrastruktur und "bezahlbaren Wohnraum". "Ich weiß ganz gut, wo in Moabit der Schuh drückt." 5000 statt 1000 Sozialwohnungen will er bauen lassen, das Verbot, Miet- in Eigentumswohnungen umzuwandeln, in ein Gesetz gießen, sofort 20 Millionen Euro für sogenannte Milieuschutzgebiete bereitstellen.

Senator Michael Müller kommt schon etwas abgekämpft in die Moabiter Markthalle. Ort ist die Theaterkulisse des schrägen britischen Krimis "Seid nett zu Mr. Sloane!". Dort wird Müller unverzüglich mit der 5500 Unterschriften umfassenden Petition der Senioren vom Hansa-Ufer 5 konfrontiert. Einem Rückkauf des Hauses durch das Land ist der Bausenator nicht abgeneigt. Andere Versprechungen macht er nicht, etwa die Jugendverkehrsschule in der Bremer Straße zu erhalten. Der Bausenator will, wo immer möglich, den Mietenmarkt regulieren, er will bauen, auch in "gefragten Kiezen", notfalls auch auf Kleingartenareal. Müller will Gewerbeansiedlungen fördern, vor allem von Klein- und Familienbetrieben. Er befürwortet Bürgerbeteiligung, aber "in geordneten Bahnen" und "organisiert", will heißen: die Bürger müssen auch mal akzeptieren, wenn gewählte Volksvertreter etwas anderes wollen.


Karen Noetzel / KEN
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