Senator Mario Czaja beauftragt Charité mit Impfung der Asylsuchenden

Moabit. Bis vor Kurzem kamen rund 300 Patienten täglich in das Haus M der Zentralen Impfstelle für Asylsuchende in der Turmstraße 21. Am 30. Juni ist Schluss.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) hat der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin den Betrieb der Impfstelle in Moabit gekündigt. Eine entsprechende Vereinbarung war am 8. September vergangenen Jahres in Kraft getreten und auf eine Laufzeit bis 30. Juni 2016 befristet. „Unlogisch und unverantwortlich“, findet die KV-Vorsitzende Angelika Prehn die Kündigung. Ihre Ärzte arbeiteten ganztags in drei Schichten. „Wo, von wem und wie viele Asylsuchende gegen was künftig durch das Land Berlin geimpft werden sollen, darüber bleiben das LAGeSo und der Gesundheitssenator Einzelheiten schuldig“, meint Prehn.

Das stimmt so nicht. Senator Mario Czaja (CDU) hat die Zentrale Impfstelle für Asylsuchende von Moabit in die Bundesallee verlegt und als Betreiber die Charité gewählt. Deren Ärzte würden ein breiteres Spektrum entsprechend der Impfempfehlungen für Flüchtlinge des Robert-Koch-Instituts umsetzen als die KV-Mediziner, lautet eines der Argumente aus der Senatsverwaltung.

Hintergrund der Verlegung der Impfstelle ist der Wunsch, die Registrierung Asylsuchender mit der gesetzlich vorgeschriebenen Erstuntersuchung eng zu verzahnen. In der neuen Impfstelle untersuchen und impfen die Charité-Ärzte seit März täglich bis zu 400 Asylsuchende. Impfungen erfolgen künftig auch in mehreren großen Notunterkünften. „Damit haben wir unser Ziel erreicht, die medizinisch notwendige Untersuchung und die Impfung gleich bei der Ankunft der Flüchtlinge in einem Vorgang durchführen zu können“, sagt Mario Czaja. KEN
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