Unbekannte zerstören Gedenkschild „Von hier fuhren Züge ins Gas“

Schon oft beschmiert, jetzt zerstört: das Gedenkschild für deportierte Berliner Juden an der Ellen-Epstein-Straße. (Foto: Sie waren Nachbarn)

Moabit. Unbekannte haben das Gedenkschild zur Erinnerung an die Deportationen jüdischer Menschen vom Güterbahnhof Moabit zerstört.

Das etwa fünf Meter breite Schild war ein Provisorium. Die Initiative „Sie waren Nachbarn“ hatte es im Mai vergangenen Jahres an einem Zaun in der Ellen-Epstein-Straße angebracht, um für ein Mahnmal vor Ort zu werben. „Exakt an der Stelle, von der aus der Großteil der Berliner Juden in die Konzentrationslager deportiert wurden“, erläutert die Initiative. Der Senat hat inzwischen die Errichtung dieses Mahnmals noch in diesem Jahr beschlossen.

Das Schild mit der Aufschrift „Von hier fuhren Züge ins Gas“ sei in den vergangenen Monaten mehrmals mit Farbe besprüht oder mit Parolen beschmiert worden, berichtet die Initiative. Sie hat die Schmierereien immer wieder rasch entfernt. In der Nacht zum 17. März ist das Schild nun zerstört worden.

„Eigentlich sollte das Schild nur wenige Wochen stehen“, heißt es auf der Internetseite der Initiative. Es blieb dann länger hängen. „Sie waren Nachbarn“ hatte an den Reaktionen festgestellt, dass das Gedenkschild sehr viele Menschen erreicht, die mit Zug oder Auto daran vorbeifahren. Eigentlich sollte das Schild schon abgebaut sein. Die Zeit hatte dem Material zugesetzt. Wegen neuerlicher Schmierereien von Parolen war der Termin um zwei Wochen verschoben worden. Die Initiative „Sie waren Nachbarn“ überlegt nun, ob sie bei der Polizei Strafanzeige stellen wird. KEN

Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.sie-waren-nachbarn.de.
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