400 Quadratmeter Parkfläche fallen Zufahrtswegen zum Opfer

Moabit. Der Moabiter Stadtgarten, der derzeit auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände an der Siemensstraße angelegt wird, schrumpft um 400 Quadratmeter. Grund dafür ist, dass der Bezirk sich nicht mit den angrenzenden Gewerbetreibenden über die Zufahrtswege einigen konnte.

Vier Jahre lang wurde verhandelt, jetzt hat die Bezirksverwaltung aufgegeben. "Ehe wir noch drei oder vier Jahre weiter diskutieren und uns dann auch nicht einigen können, planen wir an der einen Ecke nun eben um", so der für Grünflächen zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU). Eine Einigung sei "mit denen nicht einvernehmlich zu erzielen". Gemeint sind damit die Gewerbetreibenden in der Siemensstraße 22-24, also die direkten Nachbarn des Stadtgartens. Deren Grundstückszufahrt sollte in Zukunft in die Erna-Samuel-Straße münden, die geplante Umgehung der Siemensstraße entlang der Ringbahn. Weil die Gewerbetreibenden aber auf ihr Zufahrtsrecht zur bestehenden Straße pochten, wird der Bezirk den Nachbarn nun eine Ecke der 1,5 Hektar großen Parkfläche verkaufen. Am südöstlichen Ende werden dafür 400 Quadratmeter abgezwackt. Das hat der Stadtrat auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziale Stadt der Bezirksverordnetenversammlung bekannt gegeben und die entsprechenden Pläne vorgelegt.Um die Einrichtung des Parks hatte es bis zum vergangenen Jahr erhebliche Diskussionen gegeben, weil sie vom Bau der Hamberger Großmarkthalle auf dem Güterbahnhofsgelände abhing. Bewohner hatten gegen das enorme Bauvolumen angekämpft und dem damaligen Bezirksamt vorgeworfen, die Planungsumstände zum Park nicht offen dargestellt zu haben. Die Frage des Wegerechts war damals nur am Rande immer wieder thematisiert worden. Stephan la Barré vom Bürgerverein "BürSte", der an der Umsetzung der Planungskonzepte beteiligt ist, sieht dennoch kaum Grund für Kritik. Der Verein halte die Umplanung für eine Marginalie. "Alles in allem denke ich, dass das Projekt Stadtgarten enormes Potenzial hat, den Stadtteil zu bereichern." Auch Spallek sieht das Gesamtprojekt von den Änderungen kaum beeinträchtigt.


Ralf Liptau / flip
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