Alpenverein weihte Kletterzentrum an der Seydlitzstraße ein

Die jungen Mitglieder des Alpenvereins weihten den Kletterfelsen ein. (Foto: KT)

Moabit. Am Sonnabend, 1. Juni, konnten die Klettersportler vom Deutschen Alpenverein (DAV) erstmals die Gipfel im neuen Kletterzentrum in der Seydlitzstraße 1 erstürmen.

Der ehemalige Regierende Bürgermeister und Schirmherr Walter Momper (SPD) gratulierte dem Alpenverein zu seinem Berg in der Halle. Der Stadtrat für Jugend und Sport, Ulrich Davids (SPD), wertete das Kletterzentrum "als eine Attraktion für den ganzen Bezirk". Das Gebiet rund um das Sportstadion werde damit noch einmal aufgewertet. David betonte, dass der Bezirk die Sport- und Erholungsfläche weiter ausbauen wolle.Das Gebiet hat sowohl sportliche als auch politische Höhepunkte erlebt. In den 20er-Jahren boxte Max Schmeling im Poststadion, nach dem Zweiten Weltkrieg sprach dort Kurt Schumacher auf der ersten Kundgebung der SPD. Nach der Wende hat das Poststadion mit seiner zentralen Lage wieder an Bedeutung gewonnen.

Seit einigen Jahren boomt der Klettersport in Berlin. Allein im vergangenen Jahr konnte der Deutsche Alpenverein in Berlin über 800 neue Mitglieder gewinnen. Als einer der Höhepunkt der Eröffnungsfeier für das Kletterzentrum wurde das 11 111. Mitglied im DAV begrüßt. Seit dem Wochenende ist Viktor Lang der Leiter des Kletterzentrums. Er übernahm symbolisch den Schlüssel für die Halle. Der Kletterfelsen reicht bis in eine Höhe von 15 Metern. Ein sechs Meter breiter Überhang bietet den höchsten Schwierigkeitsgrad. Über 50 000 Griffe wurden an der Wand verschraubt. "Wir haben sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade", sagt Viktor Lang. Unterschiedliche Farben kennzeichnen mögliche Kletterwege. "Es geht hoch bis zum Schwierigkeitsgrad zehn", sagt Lang stolz. Sicherheit wird in der Halle trotzdem großgeschrieben. So werden die Sportler immer mit einer Leine gesichert. Der Fußboden hat einen besonderen Dämmbelag, der die Folgen eines Sturzes mildern soll.

"Wir bieten die Ausbildung zum Bergsteiger an", erklärt Lang. Sportklettern sei inzwischen zu einer eigenen Sportart geworden, die vielleicht einmal olympische Disziplin wird. Für ihn besteht schon ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Klettern in der Halle und in der Natur. Darum bietet der Alpenverein auch Kurse in der freien Natur an.

Die Halle steht allen Kletterfreunden offen, sie müssen nicht unbedingt DAV-Mitglied sein. Besonders bemühen will sich Viktor Lang, dass auch Berliner Schulen auf das Angebot des Alpenvereins aufmerksam werden. Außerdem können in der Halle Meisterschaften ausgetragen werden. Zuschauer können auf Tribünen den Bergsteigern zusehen. Viktor Lang hofft, dass die nächsten Berliner Meisterschaften im Herbst bereits im Kletterzentrum an der Seydlitzstraße stattfinden.

Weitere Informationen gibt es auf www.dav-berlin.de.

Klaus Tessmann / KT
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