Ausstellung zu Bibliotheksentwürfen für Moabit

Wird beim Symposium sicher wieder Thema sein: die veraltete Bruno-Lösche-Bibliothek in der Perleberger Straße. (Foto: Liptau)

Moabit. Mit einem Symposium eröffnen die Technische Universität und die Stadtbibliothek am Freitag, 19. Juli, in der Arminius-Markthalle eine Ausstellung zum Thema Stadtteilbibliotheken. Die gezeigten Entwürfe sind zwar fiktiv. Die Frage, wie der Stadtteil künftig mit Bibliotheken versorgt werden soll, ist hingegen brandaktuell und realistisch.

Seit Sabine Weißler (B’90/Grüne) ihr Amt als Stadträtin für Weiterbildung und Kultur vor zwei Jahren angetreten hat, wiederholt sie gebetsmühlenartig ihre Forderung nach einer größeren und moderneren Bibliothek in Moabit. Deshalb freut sie sich jetzt über einen "schönen Zufall", der das Thema noch einmal neu aufs Tableau bringen soll: Studierende des Instituts für Architektur, Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion an der Technischen Universität (TU) haben fiktive Entwürfe für eine neue Bibliothek in Moabit als Abschlussarbeiten vorgelegt. Nun sollen sie in der Arminius-Markthalle hinter dem Rathaus Tiergarten ausgestellt werden. Aufgabe der Studenten von TU-Professor Ralf Pasel war es, für das Gelände der Verkehrsschule hinter der Arminiushalle eine Stadtteilbibliothek zu entwerfen, die als "Baustein im Gefüge öffentlicher Institutionen" die Vitalität des Viertels stärken sollte. Dahinter stand auch die theoretische Frage danach, welche Aufgaben und Bedürfnisse Bibliotheken heute zu erfüllen haben. "Die Arbeiten sind hoch reflektiert und sehr klug", freut sich Stadträtin Weißler. Gerade in Moabit würden sie aktuell auf einen "vitalen Diskussionszusammenhang" stoßen, erklärt sie in Anspielung auf die reellen Bibliotheksplanungen.

Denn Weißler will die Bruno-Lösche-Bibliothek in der Perleberger Straße am liebsten an einem anderen Standort komplett neu erfinden. Im Zusammenhang mit dem auf dem Schultheiß-Areal geplanten Einkaufszentrum könnte eine neue Mittelpunktbibliothek entstehen, die laut Weißler zu einem attraktiven, modernen "Wohnzimmer der Stadt" werden könnte. "Da liegt natürlich der wesentliche Unterschied zu den Planungen der Studenten", betont die Stadträtin. Der Bezirk plane keinen Neubau als Solitär und schon gar nicht hinter der Arminiushalle. "Die Aufgabenstellung war wirklich nur fiktiv", unterstreicht sie. Die theoretischen Überlegungen will sie aber gerne mitnehmen in die Realität.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. Juli wird es ab 17 Uhr ein Symposium zum Thema Bibliotheken in der Arminius-Markthalle geben. Sprechen werden dabei Stefan Rogge als Leiter der Stadtbibliothek Mitte, der freischaffende Architekt Philipp Meuser, Professor Ralf Pasel und Stadträtin Sabine Weißler. Danach ist die Ausstellung bis zum 4. August montags bis donnerstags zwischen 7.30 und 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 19 Uhr sowie am Sonnabend von 7.30 bis 15 Uhr zu sehen.

Ralf Liptau / flip
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