Bauarbeiten an der Putlitzbrücke sorgen für Parkchaos

Noch bis zum Abschluss der Bauarbeiten im Mai herrscht in der Putlitzstraße absolutes Halteverbot. (Foto: Liptau)

Moabit. Seitdem die Bauarbeiten begonnen haben, herrschen nicht nur auf der Putlitzbrücke, sondern auch in der parallel verlaufenden Putlitzstraße chaotische Zustände. Neben der Baustelle blockieren immer wieder widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge den Verkehr.

Seitdem die rund 90 Meter lange Stützwand am südlichen Ausläufer der Putlitzbrücke ersetzt wird, herrscht in der Putlitzstraße absolutes Halteverbot. Denn auf der östlichen Straßenseite stehen die Bauzäune und machen die Wohnstraße zum Nadelöhr. Das Problem: Auf der anderen Straßenseite stehen die Autos trotzdem. Teilweise vollständig auf dem Gehsteig, teilweise auf Fahrbahn und Trottoir. Das gleiche gilt für den Teil der Straße, der als Spielstraße ausgewiesen ist und auf dem das Parken deshalb außerhalb gekennzeichneter Flächen ohnehin verboten ist. "Es hält sich keiner an das Halteverbot", kritisiert ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. In den vergangenen Monaten sei es sogar zeitweise dazu gekommen, dass die Müllabfuhr die Straße nicht mehr passieren und die Tonnen deshalb nicht leeren konnte. Mehrmalige schriftliche Hinweise an das Ordnungsamt blieben ohne Antwort und Wirkung. "Warum hat man die Schilder überhaupt aufgestellt?", fragt er sich. "Das Geld hätte man sich sparen können." Wie oft die Mitarbeiter des Ordnungsamts dort tatsächlich vorbeikommen, kann das Bezirksamt nicht sagen. Das Amt kontrolliere "regulär im Rahmen der normalen Streifentätigkeit des Allgemeinen Ordnungsdienstes nach Maßgabe der vorhandenen Personalkapazität", teilte ein Mitarbeiter des Sachgebiets "Sachbearbeitung, besondere Kontrollaufgaben" mit. Eine "ortsbezogene Kontrollstatistik" gebe es nicht. Der Mitarbeiter betont aber, dass "anlassbezogene Kontrollen", beispielsweise nach einer telefonischen Anzeige durch Anwohner, "schnellstmöglich" erfolgen würden. Eine irgendwie geartete Kulanz gegenüber den Falschparkern an der Putlitzbrücke gebe es nicht. Alle aufgenommenen Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung würden vom Ordnungsamt zur Anzeige gebracht, die Buß- und Verwarngeldbescheide würden dann beim Polizeipräsidenten erlassen. Abgeschleppt werden Fahrzeuge nur, "wenn eine gegenwärtige Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung besteht".

Die Situation an der Putlitzbrücke wird vom Ordnungsamt also nicht schwerpunktmäßig beobachtet. Passanten und Autofahrer, die dort kaum noch durchkommen, müssen sich bis Mai gedulden. Denn das Auswechseln der Stützwand werde, so die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Petra Roland, noch bis Mai dieses Jahres dauern. Nach einem Feuer unter der Brücke im Jahre 2009 hatten sich Risse in der Mauer gebildet, und sie hatte sich immer weiter zur Seite geneigt, sodass die Tragfähigkeit der Brücke eingeschränkt war.


Ralf Liptau / flip
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