Betroffenenrat fordert von Bezirkspolitik Einflussnahme auf Bauprojekt

Moabit. Ende 2012 hat die Groth-Gruppe das gut 37 000 Quadratmeter große Bauland zwischen der Lehrter Straße und der Nord-Süd-Bahn nördlich des Hauptbahnhofs gekauft und will dort gut 700 Wohnungen errichten. Der Betroffenenrat Lehrter Straße will sich für eine größtmögliche soziale Mischung einsetzen.

Dafür haben die Mitglieder des Betroffenenrats jetzt einen offenen Brief an den Stadtrat für Stadtentwicklung Carsten Spallek (CDU) verfasst. Darin fordern sie die Bezirkspolitik auf, etwa durch einen städtebaulichen Vertrag festzulegen, dass so viele Wohnungen wie möglich auch "für die durchschnittliche Moabiter Bevölkerung" bezahlbar sind. "Solche Wohnungen wird die Groth-Gruppe nicht bauen, wenn sie es nicht muss", sind sich die Verfasser sicher. Der Baugrund östlich der Lehrter Straße ist Ende 2012 vom Immobilieninvestor Klaus Groth gekauft worden. Der Vorbesitzer, die CA Immo, hatte bereits 2009 ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren durchgeführt, das laut Groth-Gruppe "Grundlage und Ausgangsbasis" für weitere Planungen gewesen sei. Anfang 2013 hatte es nochmals ein öffentliches Workshopverfahren gegeben. Im Anschluss lief seit Juni ein Masterplanverfahren zur weiteren Konkretisierung der Planungen. Der Bebauungsplan 1-67 ist noch nicht endgültig festgesetzt. Genau deshalb sieht der Betroffenenrat noch Möglichkeiten zur Einflussnahme.

In der gesamten Umgebung des Hauptbahnhofs, so die Mitglieder des Betroffenenrats, seien bisher noch keine Wohnungen für untere Einkommensschichten geplant worden. Nun sollten zumindest an der Lehrter Straße, die "eine nicht ganz so exponierte Lage" aufweise, günstige Wohnungen entstehen. In dem Brief wird ein Anteil von rund 30 Prozent an "bezahlbarem Wohnraum" gefordert.

Bei der Groth-Gruppe wollte man sich zu den Forderungen noch nicht äußern. "Das ist alles noch zu früh", sagt Pressereferentin Anette Mischler. Feststehe jedoch, dass es eine Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen sowie Sonderwohnformen etwa für körperlich beeinträchtigte Menschen geben werde. Die konkrete Nutzung und Durchmischung werde im weiteren Planungsverfahren festgelegt.


Ralf Liptau / flip
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