Erste Hobbygärtner nehmen ihre Parzellen in Besitz

Stephan La Barré und Celine Onken im Gespräch mit der Kleingärtnerin Franziska Pospischil (links) an ihrem Hochbeet. (Foto: KT)

Moabit. Im neuen Bürgergarten in der Siemensstraße 27 wachsen seit Anfang Mai Radieschen, Gurken und Kräuter. Der ehemalige Güterbahnhof wurde zum Kinderspielplatz und Bürgergarten.

Nach der Wende wurde der Güterbahnhof Moabit am Westhafen überflüssig. Vor acht Jahren hat die Bahn das Gelände an die Stadt abgegeben. Seit fünf Jahren haben Stadtentwickler, Architekten und Anwohner über dessen Zukunft diskutiert. Die Ergebnisse sind nun sichtbar. Auf dem Gelände an der Siemensstraße entstand ein Spielplatz. Seit Anfang Mai können die Kleingärtner 16 Parzellen bewirtschaften. "Es hat sich nun zwei Jahre lang hingezogen, bevor wir Anfang Mai den Bürgergarten eröffnen konnten", erklärte Celine Onken vom Stadtteilzentrum BürSte in der Stephanstraße 42-43. Der Verein hatte den Zuschlag bekommen, die Gartenanlage zu bewirtschaften. "Es gab dazu eine Ausschreibung und wir haben die besten Konzepte ausgewählt", erklärte Celine Onken. Die Parzellen wurden nicht an einzelne Hobbygärtner übergeben, sondern an Gruppen, die sich mit ihren Ideen beworben hatten. "Eine Gruppe möchte Pflanzen züchten, die anderen wollen Saatgut gewinnen", erläutert Celine Onken die Konzepte. Die Parzellen sind zwischen 28 und 50 Quadratmeter groß. "Das ist natürlich sehr klein", meint Onken. Ihr Verein BürSte hätte sich gern mehr Platz für die Gärten gewünscht. Die Wege sind sehr breit, es gibt zu viele und zu große Bänke. "Wir hatten auch Bewerber, die abgesprungen sind, weil die Flächen zu klein sind", sagt Onken. Für den Verein beginnt nun aber der Prozess, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Celine Onken ist sich sicher, dass sich die Nachbarn schon miteinander einigen werden. Die ersten Arbeitstage haben schon gezeigt, dass sie die Möglichkeiten der Anlage nutzen. Es gibt viele Gärtner mit kleinen Kindern, die auf der Wiesenfläche spielen können, während die Eltern auf der Parzelle arbeiten. Die ersten gärtnerischen Erfolge sind schon sichtbar. In den Hochbeeten wachsen schon die Radieschen. "Der Verein hat viele Unkosten", erklärt Stephan La Barré. BürSte bekommt keine Unterstützung für das Projekt. So werden die Kosten für Straßenreinigung, Versicherung und Steuern auf die Gärtner umgelegt. Aber die beiden Vertreter vom Verein sind sicher, dass es sich schon einspielen wird, und haben sich auch auf die Suche nach Sponsoren begeben. Celine Onken und Stephan La Barré hoffen auch auf eine gute Zusammenarbeit mit der benachbarten Kunstrepublik, die im ehemaligen Güterschuppen Wohnungen für Künstler und Ausstellungsräume anbietet. Bis jetzt ungeklärt sind auch die Müllabfuhr und die sanitären Einrichtungen. Auf dem Gelände gibt es zwar einen Wasseranschluss aber keine Toiletten. So hofft BürSte darauf, dass auch bald das Café eröffnen wird, das den Einwohnern in den vielen Diskussionsrunden versprochen worden war.

Weitere Informationen gibt es auf www.stephankiez.de.

Klaus Tessmann / KT
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