Franke-Preis geht an Diana Henniges und Thomas Englert

Die diesjährigen Preisträger Diana Henniges (links) und Thomas Englert mit ihren Laudatorinnen Ingrid Thorius (2. von links) und Jutta Schauer-Oldenburg. (Foto: KEN)

Moabit. Zuletzt ist der Preis in Erinnerung an die "Kiezmutter der Lehrter Straße" 2011 vergeben worden. In diesem Jahr ging er nun gleich an zwei Ehrenamtliche aus Moabit.

Der Verbund für Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit, in dem fünf Vereine zusammengeschlossen sind, verlieh den neunten Klara-Franke-Preis am Weltfrauentag am 8. März in der Dorotheenstädtischen Buchhandlung an der Turmstraße an Thomas Englert für sein Lebenswerk sowie an Diana Henniges vom Verein "Moabit hilft!". Die Auszeichnung geht seit 2000 an Menschen, die in Moabit leben und sich für den Ortsteil und seine Bewohner, vornehmlich benachteiligte Gruppen, für soziale Zwecke, ein aktives Kiezleben und gute Nachbarschaft einsetzen.

Thomas Englert begann sein Engagement nach dem Eintritt in den Ruhestand 1997 in der Franziskaner Klosterküche, wo er an sechs Tagen in der Woche mithalf, dass hilfsbedürftige Menschen etwas zu essen bekommen. Später arbeitete er als Betreuer für kranke und schwerstkranke Kinder in den Westend-Kliniken und in der Kita-Betreuung der Kinderkrebs-Krankenstation auf dem Campus Virchow. Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Richter ließ er sich 1999 zum ehrenamtlichen Hospizhelfer ausbilden. 2008 erwarb er eine Qualifikation als Betreuer Demenzkranker. Seit 2012 gibt er als Lernpate an zwei Schulen im Bezirk Nachhilfe in Deutsch, Lesen, Rechtschreibung und Englisch. "Für all das können wir nur Respekt und Annerkennung bekunden", sagte seine Laudatorin Ingrid Thorius, Tochter von Klara Franke.

Der Preisträger bedankte sich mit einer Hommage an die Namensgeberin der Auszeichnung. Thomas Englert nannte Klara Franke eine gläubige, christliche Denkerin, eine Powerfrau, Heroine, ein weibliches Schlachtschiff, das in die heiligen Hallen der Politik eingebrochen sei und durch ihre furchtlose Hartnäckigkeit fast immer ans Ziel gelangt sei. Englert bedauerte, dass noch keine Straße nach der Kiezmutter benannt worden sei.

Die Preisträgerin von 2000, Jutta Schauer-Oldenburg, durfte die Lobrede auf Diana Henniges halten. Dieser sei es zu verdanken, dass ein Bundestagsabgeordneter auf einer Willkommensfeier für Flüchtlinge sagte "Von Moabit kann man lernen", dass der Bezirkssozialstadtrat mit Hochachtung von den Moabitern sagte, dank ihnen gebe es keine Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, sondern Spenden und ein Willkommensfest. "Dafür, dass Würde, Menschenrechte, Freude am Leben und Vorbereitung auf eine bessere Zukunft für diese Menschen nicht nur leere Worthülsen sind, hast du dich eingesetzt", sagte Jutta Schauer-Oldenburg über die Gründerin von "Moabit hilft!".

Der Verein besorgt unter anderem warme Kleidung, Lebensmittel und Spielzeug und kümmert sich darum, dass Flüchtlingskinder die deutsche Sprache erlernen. Diana Henniges dankte mit dem Wunsch, dass möglichst viele Nachbarn einmal am Tag an die Flüchtlinge denken und etwas Gutes tun, etwa Kekse kaufen und vorbeibringen.

Der Verbund hat den Preis Anfang des Jahres ausgelobt. Eine Jury aus Ehrenamtlichen und Vertretern der einzelnen Vereine unter Schirmherrschaft von Ingrid Thorius hat aus den zahlreichen Vorschlägen nach längerer Beratung die beiden Preisträger ausgewählt.


Karen Noetzel / KEN
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