Grüne verließen Fest wegen Auftritt der Partei Pro Deutschland

Moabit. So war das nicht gedacht: Beim Stephankiezfest am 7. September sollten sich Politiker auf einer Bühne den Fragen der Moderatoren stellen. Ein spontaner Auftritt der Partei Pro Deutschland brachte die Veranstaltung jedoch völlig aus dem Lot. Die Grünen verließen das Fest aus Protest.

"Für alle, die sich für ein weltoffenes und vielfältiges Moabit einsetzen, ist der Auftritt von Pro Deutschland ein Schlag ins Gesicht", erklärten die Grünen in Mitte nach dem Fest in einer offiziellen Stellungnahme. "Wir finden es unerträglich, dass Vereine wie BürSte Parteien wie Pro Deutschland eine Plattform für ihre billige Propaganda bieten", so die harsche Kritik am Veranstalter des Stephankiezfestes. Während der Kandidat von Pro Deutschland beim Bürgerfest auf der Bühne stand, haben die Grünen beschlossen, die Veranstaltung zu verlassen. Der zu dem Zeitpunkt noch ausstehende Auftritt von Mittes grünem Direktkandidaten Özcan Mutlu fiel damit aus. Der Bürgerverein BürSte, der das Fest auf dem Stephanplatz organisiert, distanzierte sich derweil ebenfalls deutlich von der rechtspopulistischen Partei. Vorstandsmitglied Markus Barow stellte klar, dass es keine Einladung vonseiten des Vereins an die Partei oder ihre Vertreter gegeben habe. "Der Kandidat von Pro Deutschland erschien selbstständig und meldete sich an der Bühne", so das Vereinsmitglied. Die Moderatoren hätten der Überzeugung nach entschieden, "dass in einer selbstbewussten, starken Demokratie einem anwesenden legalen Kandidaten der Auftritt nicht verwehrt werden darf. Wessen Geistes Kind ein Kandidat ist, sollte jeder Festbesucher selber sehen können." Dass der Bürgerverein selbst mit den Ideen oder dem Gedankengut von Pro Deutschland nichts gemein habe, zeige schon allein die Arbeit seiner Mitglieder, die sich "für ein friedliches demokratisches Miteinander aller Bewohner" einsetzen.

Das Argument, wonach auch Kandidaten rechter Parteien an einer freien demokratischen Willensbildung teilnehmen dürfen, hält auch Henning Bublitz von den Grünen für gültig. "Wir haben Pro Deutschland ja auch nicht das Sprechen verboten", unterstreicht er. "Wir haben nur gesagt, dass wir nicht da reden, wo die reden."


Ralf Liptau / flip
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