Kunst an 115 Orten in Moabit

Claudia Beelitz und Veronika Witte haben in diesem Jahr die Leitung des "ortstermins" übernommen. (Foto: Liptau)

Moabit. Am Wochenende kommt keiner um die Kunst herum. Denn sie wird überall sein in Moabit. Über 200 Teilnehmer zeigen an 115 Orten - in offenen Galerien und Ateliers, was der Kiez im kreativen Bereich so zu bieten hat. Dabei werden auch ungewöhnliche Orte ausnahmsweise zugänglich gemacht.

Nach dem Auftakt im Moabiter Westen vor einem Jahr öffnen sich die Galerie- und Ateliertüren am 27. und 28. Oktober zum ersten Mal im gesamten Stadtteil. Finanziert vom Quartiersmanagement Moabit-West und -Ost haben Mitglieder des Kunstvereins Tiergarten deutlich mehr Künstler zur Teilnahme einladen können als noch vor zwölf Monaten. Und die Einladungen wurden angenommen: Über 200 Teilnehmer werden an 115 Orten ihre Kunst zeigen, verteilt über den ganzen Kiez. "Dass es in diesem Jahr so viele Teilnehmer sind, liegt aber auch daran, dass einfach mehr Galerien vor Ort vertreten sind", sagt eine der beiden Projektleiterinnen, Veronika Witte. Ihre Kollegin Claudia Beelitz ist davon überzeugt, dass der Kunstverein Tiergarten mit seinen Veranstaltungen dazu beigetragen habe, "dass kulturelle Aktivitäten in Moabit stärker wahrgenommen werden". So seien in diesem Jahr auch zahlreiche kreative Köpfe dabei, die zwar schon länger im Stadtteil ansässig seien, sich bei vergleichbaren Veranstaltungen aber noch nicht beteiligt hätten. Inzwischen seien die meisten überzeugt vom "guten, qualitätvollen Programm" des "ortstermins", bei dem es alles gebe - "vom Hobbymaler bis zum international agierenden Künstler".Am Wochenende werden sie alle ihre Türen öffnen, am Sonnabend von 14 bis 19 Uhr, am Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Zahlreiche Orte bieten in dieser Zeit gesonderte Aktionen oder Performances an, die dem Programmheft zu entnehmen sind. Zudem gibt es insgesamt elf geführte Touren. "Die sollen einen Überblick geben und Lust auf mehr machen", sagt Witte. Vor allem der Überblick scheint wichtig: "Es ist in den gesamten elf Stunden natürlich unmöglich, alle Orte zu sehen", sagt Beelitz. Deshalb empfehlen die beiden am Anfang die Teilnahme an einer Führung, um die persönlichen Lieblinge kennenzulernen.

Ein geeigneter Startpunkt könnte übrigens auch die Reformationskirche an der Ecke Beussel- und Wiclefstraße sein. Anders als an den anderen Orten, an denen die Künstler ihre Kunst selbst zeigen, werden im sonst meist geschlossenen Kirchenraum und dem angrenzenden Gemeindezentrum vier kuratierte Ausstellungen gezeigt. "Das wird sicher eine Art Zentrum", sagt Beelitz.

Das Programmheft zum "ortstermin" liegt in der Galerie Nord des Kunstvereins Tiergarten in der Turmstraße 75 aus. Zudem kann es heruntergeladen werden auf www.kunstverein-tiergarten.de.

Ralf Liptau / flip
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