Moabiter gewinnen Wettbewerb an der Freien Universität

Die Jungunternehmer zaubern aus alten Stoffen neue Klamotten - zum Beispiel diese Boxershorts. (Foto: Patchmatched)

Moabit. Mit ihrer Idee, aus alter Kleidung neue Produkte herzustellen, haben vier Moabiter Studenten den ersten Platz beim Unternehmerwettbewerb "Funpreneur" der Freien Universität belegt.

Wie das eben immer so ist: Gerechnet haben sie mit ihrem Sieg nicht. "Wir sind einfach nur so zum Spaß dabei gewesen", sagt Alexander Kachel, einer der vier erfolgreichen Nachwuchsunternehmer. Ein Freund von ihm habe den Vorschlag gemacht, dass sie beim Funpreneur-Wettbewerb mitmachen können, bei dem die Freie Universität in jedem Jahr kreative und erfolgreiche Unternehmensgründungen unterstützt und auszeichnet. Die unternehmerische Idee kam dann erst später. "Uns war aufgefallen, dass wir alle irgendwelche alten Klamotten im Schrank hatten, die wir nicht mehr angezogen haben", sagt Kachel. Altkleidercontainer sieht er allerdings kritisch, weil nach seiner Meinung die gespendeten Textilien in den Entwicklungsländern der heimischen Produktion schaden. Wohin also mit den alten T-Shirts, Jeans oder Hemden? Aus der Frage entwickelte sich die Idee, einen Service anzubieten, bei dem alte Klamotten umgenäht werden in Boxershorts, Umhängebeutel, kleine Kissen oder eine Federtasche. "Patchmatched" heißt das neue Unternehmen, übersetzt bedeutet das "aneinandergesetzte Flicken". "Die Kunden senden einfach ihre Kleidung ein, sagen was sie haben wollen, und wir geben das an unsere Kontaktschneiderin weiter", erklärt Kachel. Die Preise für die aktuellen Produkte bewegen sich zwischen 15 und 20 Euro. "Natürlich ist es billiger, sich einen neuen Dreierpack Boxershorts zu kaufen", so der Moabiter. "Aber damit hat man dann natürlich nichts Individuelles." Kachel würde sich freuen, wenn die Geschäftsidee auch zur Folge hätte, "dass die Leute wieder in den Kopf kriegen, dass es auch Schneider gibt", dass also nicht alles sofort weggeworfen und neu gekauft werden muss.

Damit sich die Idee auch wirtschaftlich trägt, hat die Freie Universität den Jungunternehmern während der Wettbewerbsphase einen "Wirtschaftspartner" zur Seite gestellt, mit dem sie eine Unternehmenspräsentation und einen Geschäftsbericht für die Jury ausgearbeitet haben. Zudem gab es Vorlesungen in Jura und Betriebswirtschaftslehre. "Reich werden wir damit trotzdem nicht", ist sich Kachel sicher. Will er aber auch gar nicht. "Wir machen das jetzt als Spaß unter Freunden nebenher." Ein Gewerbe haben sie inzwischen trotzdem angemeldet. Und können dafür die 1200 Euro Siegerprämie als Startkapital sicher gut gebrauchen.

Weitere Infos im Internet unter www.patchmatched.de.

Ralf Liptau / flip
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden