Moabiter Verein unterstützt Kinder in Sierra Leone

Brigitte Steinmetz und Edward Mando wollen vor allem den Kindern im ehemaligen Bürgerkriegsland Sierra Leone helfen. (Foto: Liptau)

Moabit. Seit zehn Jahren versuchen Brigitte Steinmetz und ihr Ehemann Edward Mando mit ihrem Hilfsverein "Kindernetzwerk Sierra Leone" Perspektiven für die dortigen Kinder in das westafrikanische Land zu exportieren. Inzwischen ermöglichen sie 30 jungen Afrikanern den Schulbesuch.

Bekannt sei das Land tatsächlich kaum, bestätigt Brigitte Steinmetz und gibt zu: "Als ich meinen Mann damals kennengelernt habe, musste ich ihn erst einmal fragen, wo sein Heimatland genau liegt." Sierra Leone sei mit seinen knapp 5,3 Millionen Einwohnern eben ziemlich klein und kein bedeutender Rohstofflieferant für die westliche Welt. Das Wissen über dieses Land sei deshalb in Deutschland eher gering. Umso schockierter sei Steinmetz deshalb vor elf Jahren gewesen, als sie das Land das erste Mal kurz nach Beendigung des Bürgerkriegs besuchte. "Wir haben uns sofort überlegt, wie man da helfen kann", erinnert sie sich. Denn nach jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen habe es den Menschen vor Ort an den grundlegendsten Dingen zum Überleben gefehlt. Und darüber hinaus an jeglicher Perspektive. "Das ist auch heute noch das Problem", sagt Ehemann Edward Mando, der selbst aus dem Land kommt. "Gerade die damaligen Kindersoldaten haben nie etwas anderes als Krieg kennengelernt." Und könnten deshalb heute ihren eigenen Kindern entsprechend wenig vermitteln. Nach der ersten verlorenen Generation droht dadurch der Verlust einer zweiten. Vor zehn Jahren haben die beiden vor Ort festgestellt, dass es kaum Bildungsangebote für Kinder gibt, und deshalb beschlossen, an diesem Punkt anzusetzen.

"Denn wie sollen Kinder die Welt später verbessern, wenn sie sie gar nicht verstehen", sagt Steinmetz. Zurück in Deutschland haben sie 2003 den Verein "Kindernetzwerk Sierra Leone" gegründet und damit schon zahlreiche auch öffentlich geförderte Projekte gestemmt. Darunter beispielsweise den Bau einer Bibliothek mit 100 Plätzen im Jahre 2010. Darüber hinaus ermöglichen sie einzelnen Kindern überhaupt erst die Teilnahme am Schulunterricht. "Sie brauchen zumindest ein paar Schlappen, Papier, Stifte und eine Schuluniform", sagt Steinmetz. Für Grundschüler kostet das pro Jahr rund 75 Euro, in der Sekundarschule schon bis zu 200 Euro. 30 Kinder sind es bisher, die der Verein so unterstützen kann. Knapp 40 Mitglieder konnte das Moabiter Ehepaar bisher als Vereinsmitglieder gewinnen, der Jahresbeitrag beträgt im Schnitt 100 Euro. "Natürlich wollen wir unsere Hilfe weiter fortsetzen und ausbauen", sagt Edward Mando. "Denn seit Kriegsende hat sich an der Situation vor Ort kaum etwas geändert", beklagt er.

Weitere Informationen zum Verein unter 39 03 90 59 und im Internet unter www.schule-fuer-afrika.de.

Ralf Liptau / flip
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