Projekt "Wellcome" schickt Helfer zu jungen Familien

Marianne Jürgens sucht noch Ehrenamtliche, die jungen Eltern in den ersten Wochen helfen. (Foto: Liptau)

Moabit. Die ersten Wochen nach der Geburt können ganz schön anstrengend sein. Damit junge Eltern die ersten Tage mit dem Neugeborenen trotzdem genießen können, schickt der Berliner Verein Trialog über das Projekt "Wellcome" ab sofort Ehrenamtliche zu ihnen. Die entsprechenden Vereinsräume in der Wilsnacker Straße 14 wurden kürzlich eröffnet.

"Ich empfinde es absolut nicht als Schwäche, wenn jemand sagt, dass er überfordert ist, sondern gerade als Stärke", sagt Marianne Jürgens, Koordinatorin des Tiergartener Wellcome-Projekts beim Verein Trialog. Das Projekt läuft bundesweit unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und wird an unterschiedlichen Orten von unterschiedlichen Trägern realisiert. Ab sofort gibt es die Hilfe auch in Tiergarten. "Man hört ja immer wieder Geschichten von Müttern, die wirklich am Ende ihrer Kräfte sind und keine Hilfe bekommen, weil sie vielleicht gar keine Familie vor Ort haben oder der Vater nicht greifbar ist", sagt Jürgens und ist überzeugt davon, dass das so nicht sein muss.

"Gerade der Bereich mit kleinen Kindern ist einer, für den sich viele Ehrenamtliche begeistern." Das sei zwar "durchaus auch anstrengend", man bekomme von den Kleinen aber auch ganz viel zurück. Geplant ist, dass die Ehrenamtlichen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes ein- bis zweimal pro Woche für zwei, drei Stunden bei der jungen Familie vorbeischauen, sich um das Kleine kümmern, mit dem Geschwisterkind spielen oder die Mutter mit den Kindern zum Arzt begleiten. "Es geht nicht darum, dass der Helfer die Wohnung putzt", stellt Jürgens klar. Die Familien, die die Hilfe bekommen, zahlen dafür einmalig zehn Euro Vermittlungsgebühr und anschließend vier Euro pro Stunde. "Wenn sich das eine Mutter nicht leisten kann, können wir aber gern noch einmal sprechen", so die Koordinatorin.

Als Ehrenamtlicher kann sich jeder melden, der sich vorstellen kann, mit kleinen Kindern zu arbeiten. "Natürlich auch Männer. Wobei ich mir nicht die Illusion mache und denke, dass ich viele Männer für das Projekt gewinnen kann", sagt die Koordinatorin. Die neuen Mitarbeiter werden zunächst geschult, dann wird die passende Familie gesucht. Jürgens: "Der Ehrenamtliche ist dann im Status irgendwo zwischen Babysitter und Ersatz-Familienmitglied auf Zeit."

Weitere Infos gibt es beim Verein Trialog in der Wilsnacker Straße 14, 45 49 16 75 und www.wellcome-online.de.

Ralf Liptau / flip
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