SPD diskutierte mit Bürgern über Rückeroberung des Kleinen Tiergartens

Berlin: Kleiner Tiergarten |

Moabit. „Der Park ist saudreckig“, so der Berliner Abgeordnete Thomas Isenberg über den Kleinen Tiergarten. Insbesondere dessen mittlerer Bereich war erneut Thema einer Podiumsdiskussion mit Bürgern. Eingeladen hatten drei SPD-Ortsvereine.

„Es gibt im Kiez immer mehr Ecken, die zu schmuddelig und zu unsicher sind“, so Isenberg. Er schilderte eine Begehung des Kleinen Tiergartens im Sommer, während der eine Gruppe „arabisch aussehender Männer ohne besondere Deutsch-Kenntnisse“ ihm und weiteren 15 Teilnehmern den Weg versperrt hätten. Auch gefällt es Isenberg nicht, dass sich das Trinkermilieu weiter breit macht. Als Sozialdemokrat sei er aber gegen Zäune und Verbote.

Karl Bösel, Präventionsbeauftragter der Polizei für Moabit, berichtete von einer neuen Tätersorte im Park, die des aggressiven, prügelnden Drogenhändlers. Die Zahl der Straftaten gehe aber zurück. „Weil wir ackern“, so Bösel, weswegen sich der Polizeioberkommissar gegen die im Publikum geäußerte Einschätzung wehrte, die Polizei „kriegt es nicht hin“.

Herumlungernde könne man nicht einfach so des Platzes verweisen. „Zulassen“ sei aber auch „nachweislich falsch“, sagte Ronald Mikkeleitis, Leiter des Außendienstes im Ordnungsamt Mitte. Seine Abteilung sei mit 20 Mitarbeitern personell viel zu schlecht aufgestellt und „renne sich wund“. Mikkeleitis glaubt, dass Parkordnungen hilfreich seien. So könne ein Alkoholverbot ausgesprochen werden. Es müsste jedoch auch durchgesetzt werden. Thorsten Haas, Leiter des bezirklichen Präventionsrates, setzt auf "Kiezkümmerer" aus der Nachbarschaft. Um den Park zurückzuerobern, schlug Georg Thieme vom Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße Märkte, Straßenfeste und andere kulturelle Veranstaltungen vor.

Astrid Leicht von der aufsuchenden Drogenhilfe Fixpunkt meinte, die Anwohner hätten diesen öffentlichen Raum bereits für sich zurückgewonnen. Die Alkoholiker kämen nämlich aus dem Kiez. Im Übrigen gebe es „die Szene“ schon „seit Ewigkeiten“. Neu sei allerdings der Cannabismarkt, eine neue Form der Armutskriminalität an der Schwelle zur organisierten Kriminalität. KEN
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