Verordnete diskutieren Mahnmal zur Deportation

Moabit. Die Fraktion der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fordert ein Mahnmal zur Deportation von über 30.000 Juden vom Güterbahnhof Moabit während der NS-Zeit. Die entsprechende Fläche ist bereits als "geplanter Gedenkort" im Grundbuch eingetragen.

Wie berichtet, kümmert sich die private Initiative "Sie waren Nachbarn" gerade darum, dass der Weg von der "Sammelstelle" in der Levetzowstraße bis zum Güterbahnhof Moabit dauerhaft gekennzeichnet wird. Die Bezirkspolitik beschäftigt sich derweil mit dem Standort der Deportationsrampen nahe der Ellen-Epstein-Straße. Die Fraktion der Grünen in der BVV hat für die nächste Sitzung einen Antrag eingebracht, nach dem das Bezirksamt ein entsprechendes Wettbewerbsverfahren einleiten soll. Auch die zuständige Kulturstadträtin Sabine Weißler (B’90/Grüne) hat sich zuletzt eindeutig für ein solches Verfahren ausgesprochen.Von den damaligen Gleisanlagen ist heute kaum noch etwas übrig. Lediglich der gepflasterte Weg, der von der Quitzowstraße aus zur früheren Rampe führt, ist heute noch erhalten und führt zwischen einem Baumarkt und dem Parkplatz eines Discounters in Richtung der neu angelegten Ellen-Epstein-Straße. Dort wurde bei der Planung in den vergangenen Jahren ein kleines Grundstück freigehalten, um eines Tages einen Gedenkort zu errichten.

Die Grünen wollen das Projekt jetzt angehen, fordern aber eine Finanzierung "aus nichtbezirklichen Mitteln". Die Kosten für einen Wettbewerb habe die Abteilung Kultur in der Senatskanzlei wegen der überregionalen Bedeutung des Ortes bereits "in Aussicht gestellt". Nach Willen der Verordneten soll sich das Bezirksamt dafür stark machen, dass die Senatsebene darüber hinaus auch die Errichtung des Mahnmals bezahlt.


Ralf Liptau / flip
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