Berlin will Containerdörfer in den Außenbezirken bauen

Moabit. Der Flüchtlingsstrom aus Krisengebieten reißt nicht ab. Immer mehr Menschen kommen auch nach Berlin. Die Projektgruppe des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) muss neue Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende schaffen.

921 Erstanträge auf Asyl allein vom 1. bis 20. Oktober, insgesamt 12 000 in Berlin bis Jahresende verdeutlichen laut LaGeSo-Präsident Franz Allert die Dringlichkeit, mit der weitere Plätze für Flüchtlinge bereitgestellt werden müssen. Die Arbeitsgruppe, die Sozialsenator Mario Czaja (CDU) einberufen hat, hat mittlerweile sechs Standorte für Wohncontainerdörfer gefunden. "Erstes Ziel ist es, für die benötigten Unterkünfte landeseigene Immobilien aus dem Liegenschaftsfonds bereitzustellen", sagt Senator Czaja. Bis eine Flüchtlingsunterkunft in Betrieb genommen werden kann, vergehen sechs bis zehn Monate. Weil Berlin angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation nicht so viel Zeit hat, wurde mit dem Liegenschaftsfonds über geeignete Grundstücke verhandelt. Der hat nun dem LaGeSo die Grundstücke übergeben.

Die ein- bis zweistöckigen Wohncontaineranlagen für jeweils 300 bis 480 Bewohner entstehen auf Arealen, die sich alle in Außenbezirken befinden: in Marzahn-Hellersdorf (Schönagelstraße), Treptow-Köpenick (Alfred-Randt-Straße), Pankow (Karower Chaussee), Lichtenberg (Hausvaterweg) und in Steglitz-Zehlendorf (Ostpreußendamm und Osteweg). Dort sollen bis zu 2400 Flüchtlinge Platz finden.

In Mitte wohnen übrigens die meisten Asylbewerber. Anfang September lebten 1274 in den Not- und Gemeinschaftsunterkünften des Bezirks. Containerdörfer bekommt Moabit zwar nicht, dafür werden aber für Flüchtlinge in der Lehrter Straße bis Mitte oder Ende November zwei Traglufthallen errichtet. Dort sollen die über 100 Männer, Frauen und Kinder, die die Berliner Stadtmission verlassen mussten, weil die Hilfsorganisation die Räume für die Kältenotübernachtung benötigt, vorübergehend eine Unterkunft finden. Der Senat und das LaGeSo verhandeln mit einem Traglufthallenbetreiber und der Stadtmission die Modalitäten der mobilen Unterkunft. Die aufblasbaren Hallen bleiben unter Umständen längere Zeit stehen.


Karen Noetzel / KEN
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